29.06.2020 06:44
Quelle: schweizerbauer.ch - khe
Klima
Aufforstung wird überschätzt
Eine Studie zeigt: Das grossflächige Anpflanzen von Bäumen wirkt dem Klimawandel nicht unbedingt entgegen.

Viele Länder, darunter auch die Schweiz, setzen in ihren Klimaschutzplänen auch auf Waldprojekte. Weltweit wurden in den vergangenen dreissig Jahren rund 100 Millionen Hektaren aufgeforstet. Nun jedoch berichten Forscher, dass der positive Effekt der Aufforstung auf das Klima bisher überschätzt wurde. Je nach Baumart, Bodenbeschaffenheit, Nutzungsgeschichte des Bodens, Alter des Baumbestandes und lokalem Klima kann die Aufforstung einen sehr unterschiedlichen Effekt auf die gesamte Kohlenstoffbilanz haben. Das schreibt die SonntagsZeitung.

Aufforstung in kohlenstoffreichen Böden kontraproduktiv

So haben Forscher mehr als 11'000 Bodenproben in Nordchina untersucht. In einem Gebiet, in dem in den letzen Jahrzehnten viel aufgeforstet wurde und wo eine grosse Bandbreite an verschiedener klimatischer Bedingungen, Baumarten und Bodentypen vorhanden sind. Das Resultat zeigt: Eine Aufforstung auf kohlenstoffarmen Böden erhöht die Kohlenstoffdichte im Boden und hilft beim Klimaschutz. Eine Aufforstung in kohlenstoffreichen Böden hingegen, reduziert die Kohlenstoffdichte im Boden.

Beim Holzschlag beachten

In Regionen in der die Menge an Kohlenstoff im Boden bereits eine gewisse Schwelle erreicht hat, sei es deshalb besser, den Boden nicht mit Bäumen zu bepflanzen, sagen die Forscher. Stattdessen solle der Boden sich selbst überlassen werden. Zudem zeige die Studie, dass Holzabfall am meisten zur Speicherung von Kohlenstoff im Boden beitrage. Beim Holzschlag anfallende Reste sollen also unbedingt im Wald verbleiben, zitiert die Zeitung weiter. 

 

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