27.06.2018 15:09
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wald
Bern: Sturmholz zu 90% aufgerüstet
Der Kanton Bern, wichtigster Holzlieferant in der Schweiz, kommt bei der Bewältigung der Winterstürme dieses Jahres gut voran. 80 bis 90 Prozent des Sturmholzes ist weggeräumt und an der Borkenkäferfront ist die Lage ruhig.

Ziel war, bis Mitte 2018 den Grossteil des Sturmholzes aufzurüsten, wie in einer Mitteilung der bernischen Volkswirtschaftsdirektion vom Mittwoch steht. Der Kanton Bern wollte damit verhindern, dass sich der Borkenkäfer ausbreitet.

7,2 Millionen Franken von Regierung

Angesichts des kantonsweit 80 bis 90 Prozent aufgerüsteten Sturmholzes sagt Roger Schmidt, Vorsteher des bernischen Amts für Wald, gemäss Mitteilung: «Wir sind auf einem guten Stand.» Nur im Berner Oberland sind erst drei Viertel des Sturmholzes aufgerüstet. Wegen dem Schnee konnten in den Bergen die Arbeiten nicht so früh beginnen wie im Mittelland.

Eine weitere gute Nachricht verbreitete der Kanton Bern von der finanziellen Front. Das Geld, das der Regierungsrat im Februar für die Bewältigung von «Burglind» und anderen Stürmen genehmigte, reicht aus. 7,2 Millionen Franken stellte die Kantonsregierung zur Verfügung, damit die Arbeiten rasch beginnen konnten. Der Holzmarkt habe das Sturmholz bisher gut aufgenommen. Die inländische Holzindustrie sei nun aber über mehrere Monate hinaus mit Rohholz versorgt. Nur beim Laubholz sei der Markt noch aufnahmefähig.

Borkenkäfer: Situation ruhig

Hauptziel der Arbeiten war, eine Massenvermehrung des Borkenkäfers zu verhindern und insbesondere die Funktionsfähigkeit der Schutzwälder zu gewährleisten. Aktuell schätzt das Amt für Wald die Lage als ruhig ein, die weitere Entwicklung hängt aber stark von der Witterung ab. 

Borkenkäfer können sich bei warmem Wetter in geschädigten Bäumen rasch vermehren und auf gesunden Waldbestand übergreifen. Ein heisser und trockener Sommer erhöht auch das Risiko einer Borkenkäfervermehrung in den nächsten Jahren.

Bern stark betroffen

Im Kanton Bern fällten die Winterstürme 470'000 Kubikmeter Holz. Das ist mehr als die Hälfte der Menge, die in diesem Kanton im Jahr 2016 geerntet wurde. Der Grossteil des Fallholzes geht auf das Konto von Sturm «Burglind», der Anfang Januar wütete.

Bern gehört nach Angaben des Bundesamts für Umwelt zu den von «Burglind», «Evi» und «Friederike» am stärksten betroffenen Kantonen. Wie das Bundesamt in einem Wald-Newsletter schreibt, sorgten die genanten Stürme vor allem in den Kantonen des Mittellands und des Jurasüdfusses für Schäden. Gemeint sind damit Bern, Luzern, Solothurn, Zürich und Aargau. In Bern, Luzern, Solothurn und Aargau kam es ausser zu Streuschäden auch zu grösseren Flächenschäden.

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