6.02.2019 10:37
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Wald
Borkenkäfer-Invasion
Der durch Sturm und Trockenheit geschwächte Wald hat im vergangenen Jahr dem Borkenkäfer einen Vormarsch ermöglicht. Mit landesweit 735'000 m3 vom Buchdrucker befallenem Fichtenholz war die Holzmenge 2018 mehr als doppelt so gross wie im Vorjahr und erreichte damit den höchsten Stand seit 2006.

2018 setzten Winterstürme und die Trockenheit den Wäldern arg zu. Zehntausende von Bäumen wurden durch die Stürme umgeworfen. Die ausgeprägte Dürre im vergangenen Sommer schwächte den Wald zusätzlich. 

Viel Brutmaterial

Diese Kombination machte zahlreiche Fichten anfällig für Borkenkäfer und bot Nahrung und Lebensraum im Überfluss, teilt die Forschungsanstalt WSL am Mittwoch mit. Die Käfer profitierten so vom ausreichend zur Verfügung stehenden Brutmaterial. Die hohen Temperaturen führten dazu, dass der Buchdrucker in Tieflagen statt der üblichen zwei sogar drei Generationen anlegte. Der Schädling wird auch in diesem Jahr zu Problemen führen. Die überwinternde Käferpopulation ist grösser als in früheren Jahren. 

In sämtlichen Kantonen nahm die Käferholzmenge Ende 2018 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu. Die Werte variierten jedoch stark zwischen den Regionen, wie die Borkenkäfer-Umfrage von «Waldschutz Schweiz» von WSL zeigt. Betroffen vom Borkenkäfer sind vor allem das Mittelland, der Jura und die Ostschweiz. Im Extremfall stieg die befallene Holzmenge im Vergleich zum Vorjahr bis um das Zwölffache an. In den Alpen und in der Südschweiz war der Befall nahezu konstant oder nahm in einzelnen Regionen sogar leicht ab.

Keine Entwarnung für 2019

Die Zahl neu befallener Fichtengruppen (Befallsherde) verdoppelte sich nahezu im Vergleich zum Vorjahr von schweizweit 4'600 auf 9'100. Mit landesweit 735'000 m3 vom Buchdrucker befallenem Fichtenholz war die Holzmenge 2018 mehr als doppelt wie 2017. 

Das WSL gibt für 2019 keine Entwarnung. «Sollte das Jahr 2019 erneut sehr warm und trocken werden, dürfte die Befallssituation durch den Buchdrucker kritisch bleiben», schreibt die Forschungsanstalt. Der Käfer werde weiterhin geschwächte und bruttaugliche Fichten auffinden.

Die Wälder sollen deshalb ab April weiterhin gut beobachtet werden. Dies betrifft vor allem von Sturm heimgesuchte Gebiete, der Sonne ausgesetzte kritische Waldränder und im Vorjahr von Käfern befallene Fichtengruppen. «Befallene Fichten sollten rechtzeitig, also bevor die nächste Käfergeneration ausfliegt, gefällt und abgeführt oder entrindet werden», empfiehlt das WSL.

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