Sonntag, 11. April 2021
10.02.2021 12:43
Wald

Borkenkäfer macht Wäldern stark zu schaffen

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Von: sda/blu

Der Borkenkäfer gibt nicht auf: Die Zahl der befallenen Fichten, die geschlagen und als Schadholz genutzt wurden, war im Sommer 2020 höher als zwischen den Jahren 2005 und 2018.

Gemäss Schätzungen für den Winter 2020/2021 könnte die Menge an befallenem Holz gar auf den zweithöchsten Wert seit dem Rekordjahr 2003 klettern.

Mehr Befall im Winter

Immerhin gingen die sogenannten Zwangsnutzungen von befallenem Holz im vergangenen Sommer im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf rund 795’000 Kubikmeter zurück, wie die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) am Mittwoch mitteilte.

Schätzungen für den Winter zeigen jedoch, dass die Menge an befallenem Holz auf mehr als 1,5 Millionen Kubikmeter ansteigen könnte. Das entspräche einem Rekord seit 2003. Die tatsächlichen Werte werden im Herbst 2021 erhoben.

Buchdrucker: Menge des Käferholzes und Anzahl der Befallsherde (Käfernester) in der Schweiz von 1998 – 2020.
WSL

Sieben Kantone meldeten eine Zunahme der Zwangsnutzungen von befallenen Fichten im Vergleich zu 2019. Spitzenreiter waren die Kantone Graubünden und Appenzell Ausserrhoden mit doppelt so viel befallenem Holz. Auch die Kantone Jura, Baselland und Tessin verzeichneten Zunahmen. Seit 2018 nehme die Menge des im Wald zurückgelassenen Käferholzes jedoch stetig zu, stellte die WSL fest.

Zehntausende Käfer in Fallen

Durchschnittlich gerieten 29’000 Käfer in Fallen, die sich über 12’000 Befallsherde verteilten. Die Käferzahlen stellen damit den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1984 dar.

Ebenfalls schrieb die WSL, dass aufgrund von wärmeren Temperaturen künftig mit drei Borkenkäfer-Generationen pro Jahr im Mittelland zu rechnen sei, in höheren Lagen lokal mit zwei.  In höheren Lagen oberhalb 1300 m ü. M., wo der Buchdrucker bisher nur eine Generation hervorbrachte, werden zumindest örtlich in Zukunft zwei Generationen möglich sein, schreibt WSL.

Durchschnittlich gerieten 29’000 Käfer in Fallen, die sich über 12’000 Befallsherde verteilten.
Heinz Röthlisberger

2021 dürfte hoher Befall anhalten

Viele Fichten waren in den letzten Jahren wiederholt Trockenstress ausgesetzt, was ihr Verteidigungs-potenzial gegenüber Borkenkäferangriffen nachhaltig beeinträchtigt haben dürfte. «Im vergangenen Jahr war es vor allem der extrem trockene April, der dafür sorgte, dass bei vielen Bäumen bereits zu Beginn der Vegetationsperiode ein hohes Wasserdefizit herrschte», hält WSL fest. Bis zum 27. April 2020 fielen nur 12 % des langjährigen mittleren Aprilniederschlags. Der folgende trocken-warme Sommer erlaubte kaum Regenerationsmöglichkeiten.

Die Forschungsanstalt erwartet für 2021 deshalb vielerorts eine erhöhter Befall von Fichtenbeständen. «Das hohe Volumen an stehengelassenem Käferholz aus dem Vorjahr und das aus Sturm- und Schneebruchschäden während des schneereichen Winters 2020/21 resultierende hohe Angebot an Brutmaterial sorgen zudem für beste Voraussetzungen für ein weiteres Jahr mit intensivem Buchdruckerbefall», warnt WSL.

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