28.06.2020 07:10
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Buchen durch Klimawandel bedroht
Der Klimawandel macht der Buche arg zu schaffen. Wie der Schleswig-Holsteinische Waldbesitzerverband berichtete, wird der in Deutschland wichtigen Baumart die künftig zu erwartende Verlängerung von Trockenphasen zum „Verhängnis“, weil Buchen besonders gross seien und flach wurzelten.

Die Bedrohung der heimischen Buchen durch den Klimawandel ist zum Tag der Buchenwälder deutlich gemacht worden, der kürzlich stattfand. Wie der Schleswig-Holsteinische Waldbesitzerverband berichtete, wird der in Deutschland wichtigen Baumart die künftig zu erwartende Verlängerung von Trockenphasen zum „Verhängnis“, weil Buchen besonders gross seien und flach wurzelten.

Vor diesem Hintergrund erwartet der Verband eine „grosse Lücke, die unsere Buchen hinterlassen werden“. Diese sei durch besser an die Erderwärmung angepasste Arten zu schliessen. Denkbar sein ein Rückgriff auf Arten, über die in Deutschland seit mehr als 100 Jahren waldbauliche Erfahrungen vorlägen.

Eingesetzt werden könnten aber auch Buchenherkünfte aus südlicheren Bereichen Europas oder der Türkei. In diesen Gegenden habe das Klima in den zurückliegenden Jahrhunderten etwa den für Deutschland prognostizierten Bedingungen entsprochen. Gemeinsam mit der Nordwestdeutschen forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen würden derzeit auf fundierter wissenschaftlicher Grundlage Lösungskonzepte entwickelt, berichtete der Waldbesitzerverband.

Lebensraum für Mensch und Tier

Es werde gelingen, „den ‚Patienten‘ Wald durch Rat und Tat wieder zu gesunden und sowohl den wichtigen Lebensraum für Mensch und Tier als auch CO2-Speicher und Baustofflieferanten als unseren umfänglichen Lebenspartner zu erhalten". Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) forderte den Freistaat auf, seine internationale Verantwortung für die heimischen Buchenwälder wahrzunehmen.

Dazu gehöre es, Buchenwälder schonender zu nutzen und besser zu schützen. Die Forstwirtschaft müsse aufhören, Buchenwälder durch „zu starke Auflichtung zu schwächen“. Zudem müsse flächenmässig mindestens ein Zehntel der öffentlichen Wälder in Bayern dauerhaft der natürlichen Entwicklung überlassen werden, so wie es die Nationale Biodiversitätsstrategie vorgebe.

Der World Wide Fund for Natur (WWF) rief dazu auf, die derzeit im Rahmen des Corona-Konjunkturpakets geplanten 700 Mio. Euro (744 Mio. Schweizer Franken) für Waldbesitzer an den ökologischen Umbau der Wälder zu knüpfen. Der Buche und Laubwäldern allgemein falle dabei eine zentrale Rolle zu.  

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