18.06.2020 15:40
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Parlament
Bund soll Waldeigentümern helfen
Die Holzernte ist für die meisten Waldeigentümer ein Verlustgeschäft. Ständerat Daniel Fässler (CVP/AI), der auch Präsident von WaldSchweiz ist, fordert Unterstützung für die Waldeigentümer. Zudem will er erreichen, dass der Bund die Ausschreibung von Holzschnitzeln abbricht.

Den Schweizer Wäldern haben in den vergangenen Jahren mehrere Stürme, der Klimawandel und der Borkenkäfer arg zugesetzt. Der Wald wurde dadurch geschwächt. Dadurch fiel auch mehr Holz an.

Überalterte Wälder sind Zeitbomben

Die Preise für Holz sind aber stark unter Druck geraten, denn auch in den Nachbarländer der Schweiz kam viel Holz auf den Markt. Dies hat Folgen. Der Bericht des Landesforstinventar (LFI 4) zeigt eine beunruhigende Entwicklung: immer mehr Schweizer Wälder werden seit Jahren nicht mehr bewirtschaftet. Dies deshalb, weil die Holzernte und die damit einhergehende Waldpflege vielerorts nicht mehr rentabel durchgeführt werden kann.

Insbesondere lassen vor allem nicht-öffentliche Waldeigentümer ihre Wälder vermehrt ungenutzt – vor allem in schlecht zugänglichen Gebieten. Für den Verband der Schweizer Waldeigentümer, WaldSchweiz, sind solche überalterte Wälder ohne Verjüngung «Zeitbomben». Krankheiten, Borkenkäfer und der Klimawandel würden die Situation noch verschärfen.

25 Millionen pro Jahr

Ständerat Daniel Fässler hat deshalb die Motion «Sicherstellung der nachhaltigen Pflege und Nutzung des Waldes» eingereicht. Der Präsident von WaldSchweiz verlangt vom Bund leistungsbezogene finanzielle Anreize für eine «Stabilitäts-Waldpflege», für Sicherheitsholzschläge und für klimaangepasste Wiederaufforstungen. Der Bund soll in einem ersten Schritt Beiträge im Umfang von mindestens 25 Millionen Franken pro Jahr bereitzustellen.

Ausschreibung von Holzschnitzeln abbrechen

Fässler hat aber auch das Energieholz im Visier. Zwar hat der Bundesrat 2016 versprochen, explizit auf Schweizer Holz zu setzen. Doch die öffentliche Ausschreibung von Armasuisse zur Beschaffung von Holzschnitzeln ist Fässler der absolut falsche Weg. Der Bund sei hier auf dem Holzweg.

Armasuisse bestellt, auf vier Jahre und fünf Lose verteilt, für 17 über die ganze Schweiz verteilte Standorte rund 167'000 Kubikmeter Holzschnitzel. Die Beschaffung wird international ausgeschrieben. Für Fässler ist das nicht nachvollziehbar. «Mit der internationalen Ausschreibung einer derart grossen Liefermenge werden vor allem die kleineren Schweizer Lieferanten unnötig benachteiligt», so Fässler. 

Er befürchtet, dass ausländische Lieferanten den Zuschlag erhalten, weil vor allem der Preis im Vordergrund steht. «Für den Transport des Holzes sind rund 3'800 Lastwagenfahrten nötig», stellt Fässler klar. Da aber auch in der Schweiz genügend Holz vorhanden ist, fordert Fässler mittels Interpellation den Bund auf, die Ausschreibung kurzerhand abzubrechen.

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