7.12.2017 09:10
Quelle: schweizerbauer.ch - ber
Schweiz
Christbäume: 45% einheimisch
Jedes Jahr stehen in Schweizer Haushalten über eine Million geschmückte Weihnachtsbäume. Bäume mit Schweizer Herkunft erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit. Fast die Hälfte der in der Schweiz gekauften Weihnachtsbäume, stammen aus dem Inland.

Früher galt es als Tradition, den Christbaum an Heiligabend zu holen und zu schmücken. Aus einer Medienmitteilung der IG Suisse Christbaum und WaldSchweiz geht hervor, dass immer mehr Leute den Baum bereits während der Adventszeit aufstellen und schmücken.

Gepflegte und gesunde Bäume halten gut ein paar Wochen im geheizten Wohnzimmer. Vor allem dann, wenn die Nadelbäume zeitnahe und in der Region geerntet werden.

Fast die Hälfte aus der Schweiz

Zwischen 40 und 45 Prozent der in der Schweiz verkauften Weihnachtsbäume stammen aus dem Inland, aus dem Anbau von Landwirten oder aus dem Wald. Der grössere Teil der verkauften Bäume kommt allerdings aus Dänemark oder Deutschland. Dort werden sie in grossflächigen Kulturen angebaut. Auch trotz der kleinen Preisunterschiede wird die Nachfrage nach Schweizer Christbäumen immer grösser. Hierzulande werden die Bäume nämlich wesentlich nachhaltiger produziert.

Die Schweizer Landwirte setzen viel weniger Hilfsstoffe ein, als ausländische Grossbetriebe. Im Wald ist der Einsatz sogar ganz verboten. Weil Schweizer Bäume nicht über weite Strecken transportiert- und in stromfressenden Kühlhäusern zwischengelagert werden müssen, ist die Umweltbelastung geringer.

Baum auswählen gilt als Ritual


Rund 500 Landwirte und Forstbetriebe pflanzen Christbäume auf geeigneten Parzellen an. Der Ertrag dieser Bäume bedeutet für sie ein willkommener Zusatzverdienst. Viele Konsumentinnen und Konsumenten kaufen ihren Baum gerne direkt beim regionalen Produzenten vor Ort, wie der Medienmitteilung weiter zu entnehme ist. Beim Direktverkauf werden die Bäume in der Regel kurz vor dem Verkauf geschnitten. Auf Wunsch sogar zur optimalen Mondphase, denn diese bleiben noch länger frisch.

Auf der Webseite von WaldSchweiz sind die Betriebe, welche Schweizer Christbäume im Direktverkauf anbieten, aufgelistet. Ein interessantes Lexikon mit allen gängigen Weihnachtsbaumarten und ein Mitgliederverzeichnis lokaler Produzenten finden Sie auf der Webseite von IG Suisse Christbaum.

Einige Fakten 

Baumarten 

Die Rottanne oder Fichte (Picea abies) ist der «Klassiker» und die häufigste Baumart in den Schweizer Wäldern. Der feingliedrige Baum verbreitet einen angenehmen harzigen Geruch. Er ist preisgünstig, aber die Haltbarkeit ist vergleichsweise begrenzt.

Die Nordmanntanne (Abies nordmanniana) ist im Kaukasus heimisch, wird aber auch bei uns weitverbreitet angepflanzt und ist der meistverkaufte Christbaum in der Schweiz. Sie hat einen regelmässigen Wuchs und weiche, dichte Nadeln. Ihre gute Haltbarkeit schlägt sich in einem höheren Preis nieder.

Weitere beliebte Weihnachtsbaumarten sind Weisstanne (Abies alba), Blaufichte (Picea pungens var. glauca), Weissfichte (Picea glauca), Engelmannsfichte (Picea engelmannii), Korktanne (Abies lasiocarpa), Nobilistanne (Abies nobilis).

Zahlen

In der Schweiz verkaufte Bäume pro Jahr: ca. 1.2 Millionen

Anteil Bäume aus Schweizer Produktion: ca. 4-500‘000

Davon in der Landwirtschaft produziert: ca. 2/3 (550 ha)

Im Wald produziert: 1/3 (v.a. aus Durchforstungen und Pflanzungen unter Kabelleitungen)

Ein Naturprodukt 

Wer einen Schweizer Weihnachtsbaum kauft, kann dies mit gutem Gewissen tun, denn die Bäume sind ein nachhaltig produziertes Naturprodukt:

- Weihnachtsbäume aus dem Wald wachsen auf Flächen, wo kein normaler Waldbau betrieben werden kann.

- Eine Hektare Weihnachtsbaumkultur bindet während der Wachstumszeit von über zehn Jahren bis zu 145 Tonnen CO2 und produziert gleichzeitig    bis zu 105 Tonnen Sauerstoff.

- Natürliche Weihnachtsbäume sind anders als Plastikbäume CO2-neutral: bei der Verbrennung oder Kompostierung wird nicht mehr CO2 frei, als      während des Wachstums gebunden wurde.

- Weihnachtsbaum-Kulturen dienen Tieren als Lebensraum und helfen mancherorts die Böden stabilisieren.

- Viele Bauern und Waldeigentümer erwirtschaften damit ein willkommenes Nebeneinkommen.

Tipps zum Umgang 

Den Christbaum am Stammfuss nicht anspitzen. So können die Leitgefässe unter der Rinde mehr Wasser aufnehmen und der Baum bleibt länger frisch. Den Baum bis zum Aufstellen im Freien im Netz und in einem Wasserkübel lagern. In beheizten Innenräumen verdunstet ein mittlerer Christbaum bis zu einem Liter Wasser pro Tag. Deshalb wird er idealerweise in einen Christbaumständer mit Wasserreservoir gestellt


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