14.04.2019 10:46
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Energie
Deutschland bleibt führend
Mit der im vergangenen Jahr auf die neue Rekordmenge von 2,42 Mio t gestiegenen Produktion von Holzpellets hat Deutschland seine europaweit führende Position bestätigt. Wie der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) mitteilte, folgten darauf im Ranking Schweden mit 1,8 Mio t, Russland mit 1,7 Mio t und Lettland mit 1,6 Mio t.

Weltweit werden nur in den USA und Kanada mehr Pellets als in Deutschland produziert. „Mit sehr hohen Holzvorräten und Restholzmengen in den Sägewerken ist Deutschland ein hervorragender Standort für die Pelletproduktion“, erklärte DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele. Zu bemängeln sei allerdings, dass die Energiewende am Wärmemarkt nicht richtig vorankomme, so dass hierzulande nicht alle heimischen Pellets genutzt würden, um fossile Brennstoffe zu ersetzen und mit regionaler Wertschöpfung CO2 einzusparen.

Das führe regelmässig zu einem Aussenhandelsüberschuss, der 2018 mit rund 223 000 t bei etwa 10 % der heimischen Produktion gelegen habe. Anders als bei der Produktion liegt Deutschland beim Pelletverbrauch in Europa mit 2,19 Mio t laut Bentele nicht vorne. Führend ist hier Grossbritannien mit 7,1 Mio t, weil dort viele Pellets als Kohleersatz in Kraftwerken zur Stromerzeugung genutzt werden. Bei der Wärmeproduktion liegen außerdem auch Italien mit 3,2 Mio t und Dänemark mit 2,5 Mio t noch vor Deutschland.

Insgesamt hat die Bundesrepublik dem DEPV zufolge im vergangenen Jahr 612 000 t Pellets ausgeführt; dem standen Einfuhren von 389 000 t gegenüber. Der Nettoexport ist dabei im Vorjahresvergleich um 160 000 t gewachsen, wobei die meisten Presslinge nach Italien, Österreich und Frankreich gingen.

„Mit dieser Menge an exportierten heimischen Pellets hätte man 2018 in Deutschland auch fossile Energien ersetzen und 350 000 t CO2 einsparen können“, stellte Bentele kritisch fest. Voraussetzung dafür wäre eine „richtige Wende am Wärmemarkt“, die aber nur komme, wenn man zu einer gerechten und marktwirtschaftlichen Bewertung der Energieträger nach ihrer CO2-Bilanz gelange. 

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