16.08.2019 07:34
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Brasilien
Deutschland soll selber aufforsten
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat nach dem Stopp deutscher Projekte zum Schutz des Regenwaldes Bundeskanzlerin Angela Merkel empfohlen, das Geld daheim zu verwenden.

«Ich möchte auch der geliebten Frau Angela Merkel eine Nachricht hinterlassen: Nehmen Sie diese Knete und forsten Sie Deutschland wieder auf, ok? Dort ist es viel nötiger als hier», sagte Bolsonaro laut Medienberichten am Mittwochabend vor der Presse.

Die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze hatte am vergangenen Wochenende angekündigt, die Förderung von Waldschutz- und Biodiversitätsprojekten in Brasilien vorübergehend zu stoppen. Die Politik der Regierung des ultrarechten Präsidenten Jair Bolsonaro im Amazonas lasse Zweifel aufkommen, «ob eine konsequente Reduzierung der Entwaldungsraten noch verfolgt wird».

Gesperrt wurden zunächst 35 Millionen Euro aus der Klimaschutzinitiative des Umweltministeriums. Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller bekräftigte aber, den getrennt laufenden Amazonas-Fonds aufrecht erhalten zu wollen.

Der rechtsgerichtete Präsident Bolsonaro, der Anfang 2019 ins Amt kam, will in der Amazonasregion keine weiteren Schutzgebiete ausweisen und mehr Rodungen zulassen. Unter Bolsonaro hat sich die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes massiv beschleunigt. Allein im Juli war die Fläche des zerstörten Waldes nach offiziellen Angaben um fast das Vierfache höher als im gleichen Monat des Vorjahres. Bolsonaro ist Klimaskeptiker und Freund der Agrarindustrie, die neue Flächen für den Anbau von Soja und die Rinderzucht benötigt Der Amazonasurwald gilt als eine «grüne Lunge» der Welt.

Deutschland hat rund 11,4 Millionen Hektar Wald, das entspricht etwa 32 Prozent der Landesfläche. In den vergangenen zehn Jahren hat die Waldfläche in Deutschland leicht zugenommen.

 

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