12.12.2018 12:16
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
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Direktzahlungen für Christbäume?
Für Weihnachtsbäume gibt es keine Direktzahlungen. Ein Landwirt geht deswegen bis vor Bundesgericht. Was meint Ihr? Soll es für Weihnachtsbäume Direktzahlungen geben? Diskutiert mit und stimmt ab

Die Verordnung über die Direktzahlungen sieht explizit vor, dass Christbaum-Kulturen zu keinen Direktzahlungen berechtigen. Landwirt Paul Wälchli wollte das juristisch anfechten und gelangte bis an das Bundesverwaltungsgericht.

Gericht: Kein Verstoss


Dieses entschied nicht im Sinn der Weihnachtsbaumproduzenten. Die ungleiche Behandlung der beiden Produkte Tabak und Weihnachtsbaum verstosse nicht gegen übergeordnetes Recht, liess das Bundesverwaltungsgericht im vergangenen Juli verlauten. Landwirt Wälchli zeige mit seinen Argumenten auf, dass Tabakbauern ebenfalls nicht in den Genuss von Direktzahlungen kommen sollten. Den Entscheid, diese zu unterstützen, habe die Politik gefällt.

Wälchli gab sich mit dem Entscheid nicht zufrieden und zieht deshalb vor Bundesgericht. Das Gericht sei nicht konkret auf das Anliegen eingegangen und habe seinen Entscheid kaum begründet, sagt er gegenüber dem Landwirtschaftlichen Informationsdienst. Dem Bauern aus Oschwand BE geht es um die Gleichbehandlung von Spezialkulturen. Tabak- oder Rebbauern würden auch keine Nahrungsmittel produzieren und trotzdem Direktzahlungen erhalten.

Nicht für Nahrungsmittelproduktion verloren

Erstaunt zeigt er sich über den Vorwurf des Gerichts, dass er nur «weihnachtsbaumspezifische» Maschinen einsetzen würde. «Es ist uns bewusst, dass wir für die Pflanzung der Bäume eine andere Maschine benötigen als ein Kartoffelbauer. Dieser kann aber auch nicht Kartoffeln mit einer Sämaschine pflanzen. Es ist immer eine angepasste Mechanisierung erforderlich», so Wälchli.

Auch der Vorwurf, die Flächen seien für die Nahrungsmittelproduktion verloren, lässt er nicht gelten. Im Sommer würden Schafe das Gras rund um die Bäume fressen. «Diese liefern dann mindestens Fleisch und Wolle», macht er deutlich. Die mit Weihnachtsbäumen bestückten Flächen seien für die Produktion nicht verloren. «Sobald man mit einem Forstmulcher die Weihnachtsbäume gerodet hat, eignet sich die Parzelle wieder für jede andere Kultur», fährt er fort.

Nische wird nicht belohnt

Zu den Erfolgschancen vor dem Bundesgericht will Wälchli keine Prognosen machen. Eine Niederlage wäre aber eine grosse Enttäuschung. Die meisten Weihnachtsbaumproduzenten seien Landwirte. «Es würde zeigen, dass es eben doch nicht gefördert wird, wenn man sich als Landwirt eine Nische sucht, sondern man danach eher noch benachteiligt wird», macht Paul Wälchli deutlich.

Ein Kommentar-Schreiber bringt zudem einen weiteren Aspekt ein. «Weihnachtsbaumproduzenten erfüllen die genau gleichen ÖLN-Auflagen wie alle anderen Landwirte. Vorschriften betreffend Düngerbilanz, Ökofläche, usw. müssen erfüllt werden. Nur hier wird der ganze Aufwand nicht honoriert», hält «Weihnachtsbaum-Fan» fest.

Wie denkt Ihr darüber? Soll es für Weihnachtsbäume Direktzahlungen geben, wie Landwirt Wälchli fordert? Oder unterstützt Ihr das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts? Mitdiskutieren und abstimmen

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