21.09.2014 08:18
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Bäume
Entwicklungsphasen von Bäumen laufen schneller ab
Die typischen Entwicklungsphasen von Bäumen und ganzen Beständen haben sich zwar kaum verändert, laufen aber seit den sechziger Jahren um bis zu 70 % schneller ab.

Das geht aus einer Studie von Wissenschaftlern der Technischen Universität München (TUM) hervor, die auf Langzeitdaten von Versuchsflächen basiert, die seit 1870 kontinuierlich beobachtet werden. Wie die Hochschule mitteilte, ermittelten die TUM-Wissenschaftler für Fichte und Buche als wichtigste Nadel- und Laubbaumart in Mitteleuropa ein deutlich beschleunigtes Wachstum. Während Buchen sich um 77 % schneller entwickelt hätten als noch 1960, sei dies bei Fichten um immerhin 32 % der Fall.

Bei Betrachtung ganzer Bestände seien die Buchen um 30 %, die Fichten um 10 % schneller gewachsen. Die Wissenschaftler führen das rapide Wachstum der Bäume laut TUM auf das wärmere Klima und die längere Vegetationszeit zurück. Weitere Wachstumsmotoren seien Kohlenstoffdioxyd und Stickstoff, deren Konzentration seit 100 Jahren stetig ansteige. Ein weiteres Ergebnis der Studie sei, dass die Bäume zwar schneller wüchsen und alterten, sich jedoch nicht das Erscheinungsbild des Waldes ändere, berichtete die Hochschule weiter.

Allerdings würden dieselben Baum- und Bestandsgrößen wesentlich früher erreicht als in der Vergangenheit. Davon könnte die Forstwirtschaft profitieren. Es lasse sich mehr Holz ernten, ohne das Prinzip der Nachhaltigkeit zu verletzen. Bislang sei die veränderte Zeitskala aber nicht in die klassischen Ertragsmodelle der Forstwirtschaft eingeflossen, die das Wachstum nur in Abhängigkeit vom Alter betrachteten. So bestehe die Gefahr, dass der erhöhte Zuwachs gar nicht ausgeschöpft werde.

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