14.05.2020 08:43
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Wald
Globaler Waldverlust verlangsamt
Trotz der zuletzt wieder deutlichen Zunahme der Regenwaldrodungen in Brasilien hat sich der Verlust von Wäldern in den Jahren 2015 bis 2019 weltweit insgesamt verlangsamt.

Nach Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wurden in diesem Zeitraum im Mittel jährlich rund 10 Mio. ha zuvor bewaldete Flächen anderen Verwendungen zugeführt, verglichen mit durchschnittlich 12 Mio. ha im Zeitraum 2010 bis 2014.

0,52 ha pro Mensch

Wie die FAO vergangene Woche weiter berichtete, sind aktuell noch insgesamt 4,06 Mrd. ha auf der Erde bewaldet, das sind 0,52 ha pro Mensch. Mehr als die Hälfte aller Wälder befinden sich in nur fünf Ländern, nämlich Russland mit 815 Mio. ha, Brasilien mit 497 Mio. ha, Kanada mit 347 Mio. ha, die USA mit 310 Mio. ha und China mit 220 Mio. ha. Die Europäische Union einschließlich dem Vereinigten Königreich brachte es 2017 nach Angaben der EU-Kommission auf ein Forstareal von insgesamt 161 Mio. ha.

Laut den aktuellen Schätzungen der FAO hat die globale Waldfläche netto, also unter Berücksichtigung der Wiederaufforstungen, seit 2010 um 4,7 Mio. ha jährlich im Schnitt abgenommen, verglichen mit 5,2 Mio. ha in der Dekade davor und noch 7,8 Mio. ha in den neunziger Jahren. Seit 1990 sind die Wälder weltweit insgesamt um 178 Mio. ha geschrumpft.

Während die Forstflächen in Asien, Ozeanien und Europa in der jüngsten Dekade größer wurden, nahmen sie in Afrika stark ab, gefolgt von Südamerika. Auf dem „schwarzen Kontinent“ haben sich die Rodungen dabei in den Dekaden seit 1990 jeweils beschleunigt. Dagegen verringerten sich diese in Südamerika im Zeitraum 2010 bis 2019 auf etwa die Hälfe des Umfangs der vorangegangenen Dekade.

Mehr Wälder unter Schutz

Wie die Experten in Rom ausserdem feststellen, hat die unter Schutz stehende Fläche an Wald seit 1990 global um insgesamt 191 Mio. ha zugenommen. Heutzutage befinden sich etwa 18% der weltweiten Wälder in geschützten Gebieten, wobei Südamerika hier den höchsten Anteil aufweist. Urwälder finden sich noch auf rund 1,11 Mrd. ha, das sind 81 Mio. ha weniger als 1990. Insgesamt 30% aller Wälder werden laut FAO primär für die Gewinnung von Holz und anderen Forstprodukten genutzt. Forstplantagen wurden zuletzt auf 131 Mio ha betrieben, was etwa 3% der gesamten Waldfläche entsprach.

Neuanpflanzunge durch den Menschen erfolgen weltweit auf lediglich 7% der Forstareale. Fast drei Viertel aller Wälder befinden sich in öffentlichem Eigentum. Die stellvertretende FAO-Generaldirektorin für Klima und natürliche Ressourcen, Maria Helena Semedo, mahnte, es müsse intensiver und gemeinsam in der Forst- und Landwirtschaft daran gearbeitet werden, die Waldverluste schneller zu reduzieren.

Erfreulich sei, dass immer mehr Waldgebiete langfristigen Bewirtschaftungsplänen unterlägen, die für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele unerlässlich seien. Laut der FAO sind das derzeit insgesamt 2,05 Mrd. ha.

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