12.07.2019 14:00
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Luzern
Heckenschnitt: Landwirt wehrt sich
Die Familie Stöckli aus Herlisberg LU hat im vergangenen Winter Haslen in einer Hecke stark zurückgeschnitten, um anderen Pflanzen mehr Platz zu bieten. Nun wurden sie gebüsst. Stöcklis wollen sich dagegen wehren.

Die Familie Stöckli bewirtschaftet einen Bio-Betrieb. Dazu gehört auch eine Qualitätshecke mit Haselstauden. Josef Stöckli (60) und sein Sohn Michi Stöckli (28) haben im Februar die dominanten Sträucher bis auf den Stock zurückgeschnitten. Sie wollten so anderen Pflanzen Platz verschaffen.

Kürzung der Direktzahlungen drohen

Eine unbekannte Person störte sich daran und erstattete Anzeige. Michi Stöckli wurde anschliessend befragt. Wie die «Luzerner Zeitung» in der Freitagsausgabe berichtet, hat die Familie am Montag nun von der Staatsanwaltschaft Emmen das Urteil erhalten. Und dieses hat es in sich.

Gegen den 28-Jährigen wurde eine Geldstrafe von 30 Tagesansätzen zu je 50 Franken verhängt, bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren. Zusätzlich wurde eine Busse von 500 Franken ausgesprochen. Die Ersatzfreiheitstrafe beträgt 5 Tage. Zudem muss er Gebühren in der Höhe von 530 Franken bezahlen. Bei Rechtskräftigkeit droht ausserdem eine Kürzung der Direktzahlungen.

Nicht korrekte Pflege

Die Familie hat nun einen Anwalt eingeschaltet. Stöcklis legen Einsprache gegen das Urteil ein. «Zum Zeitpunkt des Heckenrückschnitts war der Hof noch nicht an meinen Sohn überschrieben. Zudem habe ich im September 2013 einen Vertrag mit der Gemeinde Römerswil zur Förderung der Biodiversität in der Hecke unterzeichnet und nicht mein Sohn», sagt Josef Stöckli zur «Luzerner Zeitung». Dass nun der Sohn gebüsst werde, sei ein Verfahrensfehler, fährt er fort.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft sind happig. Der Junglandwirt habe sich der «der Beschädigung eines Lebensraumes für Tier- und Pflanzenarten, der nicht korrekten Pflege, beziehungsweise des nicht korrekten Heckenschnitts sowie des Heckenschnitts ohne die erforderliche Ausnahmebewilligung» schuldig gemacht.

Mit Gemeinde abgesprochen

Die als hochwertig qualifizierte Hecke sei vorschriftswidrig um mehr als ein Drittel auf den Stock geschnitten worden. Dadurch sei der Lebensraum für Pflanzen und Tiere geschädigt worden. Für Stöcklis ist dies nicht nachvollziehbar. Bei einer Qualitätshecke müssen sieben verschiedene Pflanzen auf zehn Laufmetern wachsen.

In Stöcklis Hecke haben Haselstauden die neuen Sträucher überwuchert, die in der Folge abstarben. In Absprache mit der zuständigen Person der Gemeinde schnitten Stöcklis die Haseln anschliessend stark zurück. Das Problem: Sie hatten keine offizielle Sonderbewilligung.

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