2.11.2019 09:34
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Holz
Holz: Labels werden wichtiger
Die Schweizer Waldbranche denkt über die Koexistenz von zwei Zertifizierungssystemen für Wald und Holz in der Schweiz nach. PEFC Schweiz hat dafür ein ganztägiges Forum initiiert.

"Ist die gegenseitige Anerkennung von PEFC und FSC sinnvoll, praktikabel, wünschenswert? Und wo positioniert sich das Label Schweizer Holz?" Diese Fragen diskutierten knapp 50 Fachpersonen der Wald-, Holz- und Zertifizierungsbranche sowie Label-Nutzerinnen und Nutzer aus der Deutsch- und Westschweiz, teilt der Verband Wald Schweiz mit.

Lernen von den Nachbarländern

Einleitend gaben Vertreter von PEFC Schweiz, PEFC Deutschland und PEFC International Einblicke in ihre Arbeit und sprachen über Chancen und aktuelle Herausforderungen auf nationaler und globaler Ebene. Nach einer Einführung durch Olin Bartlome, der als neuer Geschäftsführer seit April diesen Jahres die Geschicke von PEFC Schweiz leitet, zeigte Dirk Teegelbekkers, Geschäftsführer von PEFC Deutschland, auf, wie die Bekanntheit des PEFC-Labels in Deutschland seit 2011 von 11 auf 40 Prozent gesteigert werden konnte und dass neben dem Nachhaltigkeitszertifikat auch Regionalität - wie in der Schweiz - für Konsumentinnen und Konsumenten eine zentrale Rolle spielt. Die Verbindung von Herkunftsnachweis und PEFC-Label bewähre sich.

PEFC-zertifiziertes Holz wird nachgefragt. Dies wurde in der ersten Gesprächsrunde deutlich, in der sich Dieter Kaspar von der Swiss Krono AG als Vertreter der Holzverarbeitung, Gaspard Studer von Holzindustrie Schweiz (HIS), Bernard Jermann von der Forstlogistik Partner AG sowie Karl Büchel, Gruppenmanager der Zertifizierungsgruppe Artus und Vertreter der Waldwirtschaft unter der Leitung von Michel Geelhaar einen Diskurs lieferten. So sei sämtliches Holz, das von der Swiss Krono AG ins Ausland verkauft werde, PEFC- und FSC-gelabelt, sagte Dieter Kaspar, die Zertifizierung für den Marktzugang unerlässlich. 

Notwendigkeit zertifizierter Waldflächen

Darum ist er auch bereit, für zertifiziertes Holz einen höheren Preis zu zahlen. Bernard Jermann als Vertreter der Forstunternehmer und des Transports betonte mehrfach die Notwendigkeit zertifizierter Waldflächen, um der Nachfrage nachzukommen und damit die mit dem Chain-of-Custody-Zertifikat (CoC) verbürgte Nachhaltigkeits-Kette nicht unterbrochen werde. Hier gibt es für PEFC Schweiz noch einiges zu tun. Da das PEFC-System jedoch auf Freiwilligkeit beruht, kann eine flächendeckende Zertifizierung, wie sie aus dem Plenum mehrfach gewünscht wurde, weder von den Waldbesitzern verlangt noch angeordnet werden. Eine zentrale Rolle kommt sensibilisierten Konsumenten zu, die auf Nachhaltigkeitslabel achten und PEFC zertifiziertes Holz nachfragen.

Bedeutung von Labels nimmt zu

In einer zweiten Gesprächsrunde erörterten Vertreter aller drei Labels für Wald und Holz in der Schweiz – PEFC, FSC und Schweizer Holz – ihre Chancen für die Zukunft. Die Klimaerwärmung wird den Druck auf die Wälder in Zukunft erhöhen - nicht nur, weil sie Quellen des nachwachsenden Rohstoffs Holz sind, sondern auch wegen ihrer Funktion als CO2- oder Wasserspeicher, als Schutzwälder oder Erholungsraum. 

«Nachhaltigkeit wird immer zentraler und damit die Bedeutung der Labels, die dies verbriefen, immer wichtiger», sagte Hubertus Schmidtke, Geschäftsführer von FSC Schweiz. Dies gilt auch für das Label Schweizer Holz, denn auch Regionalität gewinnt in der Nachhaltigkeitsdiskussion an Bedeutung. Da das Label Schweizer Holz ein reiner Herkunftsnachweis und damit kein Qualitätsstandard-Label ist, soll es – wie Thomas Lüthi als Vertreter vom Label Schweizer Holz mehrfach betonte – nicht in Konkurrenz, sondern in Ergänzung zu den Nachhaltigkeits-Labels stehen.

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