16.07.2019 10:22
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Holz
Holzen bleibt defizitär
Mit 5,2 Millionen Kubikmetern wurde 2018 in der Schweiz 11 Prozent mehr Holz geerntet als im Vorjahr. Nicht etwa, weil das Geschäft mit Holz besser gelaufen wäre, sondern weil der starke Borkenkäferbefall die Forstwirtschaft zu mehr Abholzung nötigte.

Deswegen wurden erstmals seit 2011 wieder mehr als 5 Millionen Kubikmeter Holz geerntet. Ein ähnlich hoher Wert wurde zuletzt 2008 verzeichnet. Schuld am höheren Borkenkäferaufkommen waren die Sommertrockenheit und die Folgeschäden der Winterstürme von Anfang 2018, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte.

Mittelland am stärksten betroffen

Die Fichte, als wichtigste Baumart zur Holzproduktion, war vom Borkenkäferbefall besonders stark betroffen. Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer waren deshalb gezwungen, deutlich mehr Nadelholz zu ernten als geplant. Mit 1,6 Millionen Kubikmetern ging dagegen die Ernte beim Laubholz gegenüber 2017 gemäss BFS leicht zurück.

Die Verteilung des Rückgangs auf die verschiedenen Landesgegenden deckte sich mit der Verbreitung des Borkenkäfers: Im Mittelland war die Zunahme der Holzerntemenge um 22 Prozent auf 2,14 Millionen Kubikmetern gegenüber dem Vorjahr mit Abstand am grössten. Die Voralpen lagen 2018 mit 1,13 Mio. m3 (+8%) respektive 0,87 Mio. m3 (+ 6%) in den Alpen/Alpensüdseite im Mittelfeld. Im Jura blieb die Ernte mit 1,05 Mio. m3 gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert. Damit zeigt sich, dass der Borkenkäfer während des trockenen Sommers 2018 im Mittelland am aktivsten war.

Die Kantone Bern (0,99 Mio. m3), Zürich (0,51 Mio. m3), Aargau (0,45 Mio. m3) und Waadt (0,40 Mio. m3) verzeichneten letztes Jahr die höchsten Holzerntemengen und machten zusammen knapp die Hälfte der gesamtschweizerischen Ernte aus. Alle vier Kantone verfügen über einen hohen Anteil an Waldflächen im Mittelland.

Defizit reduziert

Die rund 670 Schweizer Forstbetriebe konnten 2018 gesamthaft Einnahmen von 539 Millionen Franken verbuchen. Den Einnahmen standen Ausgaben von rund 578 Millionen Franken gegenüber. Daraus resultierte trotz dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld ähnlich wie 2017 eine Unterdeckung von rund 39 Millionen Franken.

Bei den Betrieben aus dem fortwirtschaftlichen Testbetriebsnetz (160 ausgewählte Forstbetriebe), die vom Borkenkäfer ebenfalls nicht verschont blieben (+13% Holzernte), verbesserte sich die finanzielle Situation gemäss BFS. Im Bereich der Waldbewirtschaftung konnten die Kosten reduziert werden und das durchschnittliche Ergebnis pro Hektare produktive Waldfläche hat sich um 7 Franken verbessert. Auch die Erbringung von Dienstleistungen (+9 Fr./ha) und die Sachgüterproduktion (+5 Fr./ha) haben dazu beigetragen, die Defizite der Testbetriebe auf 42 Franken pro Hektare zu reduzieren (Vorjahr: 63 Fr./ha).

Holzpreise sanken um 2 Prozent

Gemäss dem Produzentenpreisindex sanken 2018 die Rohholzpreise für Nadelstammholz gegenüber dem Vorjahr um etwa 2 Prozent. Trotz der grossen Mengen an Schadholz, die auf den Markt kamen, hielt sich der Abschlag beim wichtigsten Sortiment somit in Grenzen. Unter diesen Umständen erzielte fast die Hälfte der Schweizer Forstbetriebe laut BFS ein positives Betriebsergebnis.

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