10.08.2019 17:20
Quelle: schweizerbauer.ch - pd/jgr
Solothurn
Klima setzt Wald zu
Trockenheit, Stürme und Borkenkäfer setzen dem Solothurner Wald immer stärker zu. Kanton und Waldeigentümer sind gefordert. Die Bevölkerung muss im Wald vermehrt achtsam sein.

Wer den Blick diesen Sommer auf den Wald wirft, dem fallen die braun gefärbten toten Bäume auf, die wie eingestreut im Grün hervortreten. Vermehrt auftretende Trockenheitsperioden wie insbesondere im Sommer 2018, Stürme wie Burglind im Januar 2018 und die folgende ausserordentlich rasche Vermehrung der Borkenkäfer würden den Wald in bisher nie dagewesenem Mass belasten, schreibt die Staatskanzlei Solothurn in einer Medienmitteilung. 

Buche, Weisstanne und Fichte besonders betroffen

Die Auswirkungen der Trockenheit auf die Buche, vor allem im nördlichen Teil des Kantons sowie auf die Weisstanne, insbesondere am Jurasüdfuss, sind gravierend. Im Mittelland sind zudem die Folgen von Burglind und die Borkenkäferschäden bei der Fichte gut sichtbar. Dazu kommen bereits bekannte Waldschäden wie das Eschentriebsterben. 

Vorsicht im Wald 

All diese Einflüsse sind im Wald deutlich wahrnehmbar. Äste, Kronenteile und ganze Bäume sind dürr und können jederzeit abfallen oder umstürzen. Besonders abgestorbene Laubbäume werden schnell brüchig. 

Nach heutiger Einschätzung kann nicht davon ausgegangen werden, dass sich diese Situation rasch entschärfen wird. Der Wald bleibt ein Naturraum und verändert sich mit dem Klimawandel, dessen müssen sich die Besucherinnen und Besucher bewusst sein.

Das Forstpersonal arbeitet mit Hochdruck daran, die Risiken für die Besucher des Waldes soweit möglich und sinnvoll zu senken. Auch gegen eine weitere Ausbreitung des Borkenkäfers werden Holzschläge durchgeführt.

Da aber der Holzmarkt europaweit völlig übersättigt ist, vermag der niedrige Holzpreis die Kosten der Eingriffe kaum zu decken. Die Situation ist eine grosse Herausforderung und bringt die Forstbetriebe an den Rand ihrer Kapazität, personell sowie finanziell.

Kanton und Waldeigentümer arbeiten Hand in Hand 

Die Gesundheit des Waldes und die Erhaltung all seiner Funktionen sind zentrale Aufgaben des Kantons. Massnahmen zur Bekämpfung der Borkenkäfer im Schutzwald sowie die Sicherheitsholzerei werden durch Kanton und Bund bereits finanziell unterstützt. Dies gilt auch für die Wiederbewaldung auf Sturmschadenflächen nach Burglind. Eine Ausweitung dieser Programme wird zurzeit überprüft.

Wichtig für eine erfolgreiche Umsetzung aller Massnahmen ist die gute Zusammenarbeit zwischen Kanton und Waldeigentümern, diese hat im Kanton Solothurn Tradition.  

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