2.04.2018 15:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Holz
Kritik an Sanitärhieben im Wald
Kritik an sogenannten „Sanitärhieben“ auf geschützten Waldflächen haben Forscher der Julius-Maximilians-Universität Würzburg geübt.

Sanitärhiebe, die eigentlich dem Schutz des Waldes vor allem vor Schädlingen dienen sollten, würden immer häufiger in Schutzgebieten eingesetzt und zielten außerdem meist auf die Sicherung des Holzverkaufs ab. Das zeige eine Übersichtsarbeit, für die insgesamt 42 Fallstudien aus zusammen 26 Ländern zusammengetragen worden seien.

Anders als in der Öffentlichkeit häufig kommuniziert, sei bei den Einschlägen in Schutzgebieten „der Aspekt Geldeinnahme das Hauptmotiv - Schädlingskontrolle landet auf Platz zwei“, erläuterten die Forscher rund um den Ökologen Prof. Jörg Müller die jetzt im Fachmagazin „Conservation Letters“ erschienene Studie.

Sanitärhiebe seien sinnvoll, um Holz noch rechtzeitig einer guten Verwendung zuzuführen. Für die Biodiversität im Wald und für dessen Regenerationsfähigkeit seien sie dagegen nicht von Nutzen.

Gerade durch Störungen wie Stürme und Schädlingsbefall entstünden wertvolle Waldlebensräume für viele bedrohte Arten. Den Studienergebnissen zufolge würden Sanitärhiebe oft als Vorwand zur Holzentnahme vorgeschoben. Vor diesem Hintergrund forderten die Forscher Sanitärhiebe grundsätzlich in Schutzgebieten zu verbieten.

Ausnahmen dürfe es nur geben, wenn Risiken für Menschen und Privateigentum bestünden. Ferner würden vermehrt integrierte Studien zu den ökonomischen und ökologischen Auswirkungen von Sanitärhieben benötigt. An die Forstplanung appellierten die Ökologen, Störungsflächen in Zukunft einzuplanen, ehe Störungen entstünden. Das sei jedoch sehr komplex umzusetzen und nur mit staatlicher Unterstützung möglich.

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