25.01.2019 10:28
Quelle: schweizerbauer.ch - big
Holz
Nachfrage nach Frischholz steigt
Die Nachfrage nach Schnittholz war 2018 sehr gut. Es konnte auch viel Käferholz verwertet werden. Nun melden die Sägereien einen steigenden Bedarf an Frischholz. Alte Waldlager sollten möglichst abgebaut werden.

Die Holzmarktkommission (HMK) hat am 16. Januar erstmals zusammen mit Vertretern der Fachgruppe Industrieholz und Holzenergie getagt. Der Schweizer Holzmarkt stehe nach wie vor unter dem Einfluss des Käferholzes, schreibt die HMK in einer Mitteilung zum Treffen. Die Holzindustrie sei weiterhin bereit, im Rahmen der Möglichkeiten Käferholz zu verarbeiten, vermelde aber gleichzeitig steigenden Bedarf an frischem Nadelholz. Je nach Witterungsverlauf sei ab Frühling viel zusätzliches Käferholz zu erwarten. 

Aktuelle Wirtschaftslage

Die Sägeindustrie konnte 2018 von der guten Baukonjunktur in Europa bzw. in der Schweiz profitieren und war praktisch das ganze Jahr über gut bis sehr gut ausgelastet. Dank der ausserordentlich hohen Schnittholznachfrage konnte auch entsprechend viel Käferholz eingeschnitten werden und brachte die Werke an ihre Kapazitätsgrenzen. 

Die Waldbesitzer hingegen mussten wegen des hohen Schadholzanteils teilweise markante Ertragsausfälle in Kauf nehmen. Erschwerend haben sich die begrenzten Exportmöglichkeiten infolge des Überangebots auch in den Nachbarländern ausgewirkt. Aktuell ist das 2018 angefallene Käferholz mehrheitlich aufgerüstet, aber in einigen Fällen noch nicht verkauft.

Markteinschätzung 2019

Die Nachfrage der Schweizer Bauwirtschaft nach Holzprodukten wird für 2019 als ähnlich solide eingeschätzt wie in den Vorjahren. Käferholz kann wegen der nach wie vor vollen Lager jedoch nur begrenzt von der Holzindustrie aufgenommen werden, das führt zu tendenziell sinkenden Preisen. Viele Sägewerke melden jetzt einen steigenden Bedarf an frischem Nadelholz. Die Nachfrage nach Laubholz bleibt hoch, sowohl nach sägefähigem Rundholz (v.a. Eiche und Esche) wie auch nach Industrie- und Energieholz.

Empfehlungen

Der Verband Wald Schweiz empfiehlt den Waldeigentümern, die Nachfrage der Holzindustrie nach Frischholz in guter Qualität so weit wie möglich zu berücksichtigen, allerdings nur bei klar vereinbarten Mengen und auf konkrete Bestellung. Die alten Waldlager sollten möglichst abgebaut werden, und es sollte zurückhaltend Frischholz genutzt werden. So könne ab Frühling wieder frisches, qualitativ hochstehendes Käferholz in die Sägewerke geliefert werden. 

Das stehende Nadelholz im Wald muss weiterhin gut auf Käferbefall überwacht werden, und befallene Bäume sind zu entfernen. Aus der Schutzwaldbewirtschaftung sollte möglichst kein Holz auf den Markt gelangen (Pflegeeingriffe im Jungwald bzw. geschlagenes Holz bleibt im Bestand).
Produzenten und Verarbeiter empfehlen für frisches Holz weiterhin Preisstabilität, verbunden mit konkreten Mengenvereinbarungen, damit nur effektiv benötigte Mengen und Sortimente auf den Markt kommen.

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