16.11.2015 14:26
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/blu
Wald
Neuer Name soll mehr Gehör verschaffen
Neuer Name, neue Themen: „Waldwirtschaft Schweiz“, der Verband der Waldeigentümer, heisst ab Januar 2016 „WaldSchweiz – Verband der Waldeigentümer“. Inhaltlich will man sich für neue Themen öffnen. Zu schaffen machen den Waldbesitzern der Borkenkäfer und der starke Franken.

Ab 1. Januar 2016 heisst „Waldwirtschaft Schweiz“ offiziell „WaldSchweiz – Verband der Waldeigentümer“. Dies beschlossen die Delegierten an ihrer Versammlung vom 13. November 2015 in Bellinzona TI. Logo und Erscheinungsbild sollen erneuert werden. Zudem werden die 22 Regional- und Kantonalverbände ihren Auftritt dem nationalen Dachverband anpassen, was bisher nicht der Fall war. Die Waldeigentümer erhoffen sich von einem einheitlichen Auftritt eine bessere Wahrnehmung ihrer Leistungen und Anliegen, heisst es in einer Mitteilung.

Ausweitung der Interessenvertretung

«Wir Waldeigentümer sind von den Forderungen am direktesten betroffen, kommen aber oft kaum zu Wort oder gehen schlicht vergessen, weil der Wald als Allgemeingut angesehen wird», stellte WVS-Präsident und Nationalrat Max Binder vor den Delegierten fest. Mit dem neuen Auftritt wolle der Verband auch «neue Töne anschlagen» und sich in allen wichtigen Fragen mehr Gehör verschaffen.

Der neue Auftritt geht einher mit einer Ausweitung der Interessenvertretung. Einerseits verstärkt der Verband seine Aktivitäten in der Kommunikation und Politik. Andererseits will er sich künftig neben der klassischen Waldbewirtschaftung vermehrt und vertiefter allen Themen rund um den Wald annehmen. Laut Waldwirtschaft Schweiz stellt die Öffentlichkeit immer grössere Ansprüche an den Wald punkto Erholung, Biodiversität, Schutzfunktionen. Die Interessenkonflikte würden zunehmen und Diskussionen erfordern.

Preise sind weiter gesunken

Zu schaffen macht der Forstwirtschaft die Aufhebung des Euro-Mindestkurses von Mitte Januar. «Importierte Bretter, Balken und Holzwerkstoffe sind über Nacht und ohne unser Zutun fast 20 Prozent billiger geworden», erläuterte Markus Brunner, Direktor von WVS. Entsprechend seien auch die Preise für Holz aus dem Schweizer Wald um mehr als 10 Prozent gesunken.

Dies ist umso gravierender, weil vielerorts die Holzernte schon länger nicht mehr rentabel ist. Der WVS empfiehlt seinen Mitgliedern in dieser Situation, Holzschläge nur bei konkreter Nachfrage und nach fix vereinbarten Preisen auszuführen. Ebenfalls für Bauchschmerzen sorgt der Borkenkäfer. Die Verbreitung hat in den vergangenen Monaten zugenommen. Somit ist eine Zunahme der Zwangsernte zu erwarten.

Neuen Einnahmequellen erschliessen

Die schwierige wirtschaftliche Situation der Forstbetriebe führt dazu, dass die Waldeigentümer den Wald längerfristig nicht mehr so pflegen und fit erhalten, wie es zur Erfüllung der vielfältigen Waldfunktionen erforderlich wäre. Der Waldeigentümerverband will neben der Holzproduktion neue Einnahmequellen aus anderen Waldleistungen schaffen. "Einnahmen, die letztlich einer nachhaltigen Waldwirtschaft und damit allen zu Gute kommen", so der Verband.

Mit verschiedenen Werbe-Massnahmen und einer neuen Website versucht die Branche in nächster Zeit die Nachfrage nach Schweizer Holz anzukurbeln, wie an der Veranstaltung zu erfahren war. Waldwirtschaft Schweiz vertritt die Interessen der rund 3‘500 öffentlichen und 250'000 privaten Waldeigentümer.

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