12.01.2018 11:11
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Wald
Nie allein in den Wald
Nach dem Sturm kommt das grosse Aufräumen. So nötig es ist, so gefährlich ist es auch. Dessen muss man sich bewusst sein.

Am 3. Januar fegte der Sturm Burglind durch die Schweizer Wälder. Zehntausende Bäume wurden gefällt. Wie Wald Schweiz, der Verband der Waldeigentümer, schreibt, können die umgefallenen oder geknickten Bäume in der Regel nicht einfach liegen gelassen werden.

Gefährlich und mühsam

Aus Sicherheitsgründen müssen sie rasch geräumt werden, besonders in Lawinenhängen und Bachgerinnen, entlang von Verkehrswegen oder in vielbegangenen Erholungswäldern. Weiter gilt es, der massenhaften Ausbreitung von Borkenkäfern auf geschwächten und absterbenden Bäumen ab dem Frühjahr zuvorzukommen. Und vor allem soll das anfallende Holz sinnvoll genutzt werden.

Bei vielen dezentralen Streuschäden ist die Räumung des Holzes allerdings verhältnismässig aufwändig und teuer, da meist nicht flächig und oft nicht mit modernen Erntemaschinen gearbeitet werden kann. Hinzu kommt: Das Aufrüsten von Sturmholz ist laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) sehr gefährlich und erfordert das nötige Fachwissen und Erfahrung.

Nie allein in den Wald

Beim Aufarbeiten von Sturmholz kommen Landwirte auch an körperliche Leistungsgrenzen. Nebst den Sorgen um den Wald, Kosten und Absatz spielt die physische Belastung eine zunehmende Rolle.

Für Aufräumarbeiten darf man nie alleine in den Wald gehen. Bei einem Unfall holt niemand Hilfe. Und noch wichtiger: Zu zweit kann die Situation besser beurteilt werden. Wer im Wald arbeitet, braucht Erfahrung und Ausbildung. Wer keinen Holzerkurs besucht oder nicht langjährige Erfahrung mit der aktuellen Technik und Ausrüstung hat, muss das Aufrüsten von Sturmholz laut der BUL anderen überlassen. 

Gespanntes Holz: Gefahr

Wer keine Erfahrung hat im Umgang mit gespanntem Holz, sollte die Hände davon lassen und einen Berufskollegen mit Erfahrung beauftragen, es gibt  noch genügend Arbeit beim Aufräumen des entspannten Holzes. Wichtig ist, dass nicht nur der einzelne gespannte Stamm, sondern auch hängende Äste, die daneben und daraufliegenden Bäume beurteilt werden.

Sturmholz bedeutet erhöhte Gefahr. Die persönliche Schutzausrüstung muss deshalb stets vollständig sein:

  • Helm mit Gehör- und Gesichtsschutz
  • signalfarbenes Oberteil
  • Handschuhe
  • Hose mit Schnittschutzeinlagen
  • Forstschuhe oder -stiefel
  • Anforderung an Seilwinde
Ohne Seilwinde ist man machtlos. Aber nur wenn die Technik stimmt, darf sie eingesetzt werden, Heckschutzgitter und Totmannbremse sind ein absolutes Muss. Die Bedienung der Seilwinde erfolgt entweder aus der Kabine, per Funk oder aus sicherer Distanz. Die Gefahrenzonen, wie gespanntes Seildreieck, ausschlagende Trämel, Hindernisse usw. sind zu beachten. Traktoren ohne Fahrerschutz haben im Wald nichts zu suchen. Die Kabine schützt nicht nur bei einem Sturz, sondern auch vor herunterfallenden Ästen oder Baumteilen.

 

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