27.03.2019 12:07
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Holz
Paloxen aus Schweizer «Käferholz»
Im vergangenen Jahr setzten Stürme und das trockene Wetter den hiesigen Wäldern zu. Der Borkenkäfer schlug unerbittlich zu. Nun werden aus Käferholz Kartoffel-Grosspaloxen produziert.

2018 setzten Winterstürme und die Trockenheit den Wäldern arg zu. Zehntausende von Bäumen wurden durch die Stürme umgeworfen. Die ausgeprägte Dürre im vergangenen Sommer schwächte den Wald zusätzlich.

Käferholz hat im Vergleich zu 2017 verdoppelt

Der Borkenkäfer fand ein Schlaraffenland vor. Die Käfer profitierten so vom ausreichend zur Verfügung stehenden Brutmaterial. Die hohen Temperaturen führten dazu, dass der Buchdrucker in Tieflagen statt der üblichen zwei sogar drei Generationen anlegte. In sämtlichen Kantonen nahm die Käferholzmenge Ende 2018 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu, wie Forschungsanstalt WSL im Februar mitteilte.

Die Zahl neu befallener Fichtengruppen (Befallsherde) verdoppelte sich nahezu im Vergleich zum Vorjahr von schweizweit 4'600 auf 9'100. Mit landesweit 735'000 m3 vom Buchdrucker befallenem Fichtenholz war die Holzmenge 2018 mehr als doppelt wie 2017.

Zusammen Lösungen finden

Das viele Käferholz belastet den Holzmarkt. Die Rathgeb BioLog AG, die Sägerei Konrad Keller AG und die WK-Paletten AG wollen nun mithelfen, die Käferholzbestände abzubauen. Insgesamt werden 1000 Paloxen produziert. Die Grosskisten dienen zur Lagerung und zum Transport von biologisch angebauten Kartoffeln und Karotten.

Weil sich nur ein Kilometer vom Gemüseproduzenten Rathgeb mehrere tausend Kubikmeter Käferholz auftürmten, haben sich die Verantwortlichen dazu entschlossen, aus einheimischem Fichtenholz Paloxen zu produzieren.

Aus 400 m3 Käferholz und 250 m3 Eichenholz entstehen nun 1‘000 Grosspaloxen. «Dieses Beispiel zeigt, wie mit etwas Idealismus und wenn alle gemeinsam am gleichen Strick ziehen, Lösungen für die Käferholzhaufen gefunden werden können. Die Wertschöpfung bleibt in der Region und die Transportwege halten sich kurz», heisst es in der Mitteilung der drei Unternehmen.

Rathgeb Bio ist ein Biobetrieb aus Unterstammheim ZH hat sich auf den biologischen Anbau von Gemüse spezialisiert. Der Familienbetrieb wird heute von Christian Rathgeb geführt.

Die Konrad Keller AG aus Unterstammheim ZH besteht aus einer Sägerei sowie einem Hobel- und Leimwerk. Verarbeitet wird ausschliesslich Schweizer Holz.

Die WK-Paletten AG aus Signau BE ist nach eigenen Angaben der führende Hersteller und Anbieter von Ladegutträgern aus Holz und Holzwerkstoffen. Das Produktsortiment umfasst EPAL-Paletten, Einweg- und Spezialpaletten, sowie Kisten und Verschläge aller Art.

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