15.02.2017 13:38
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wald
Saure Waldböden kalken
Viele Wälder leiden unter Versauerung und damit unter Nährstoffverarmung. Der Bundesrat ist sich dieses Problems bewusst und schlägt Gegenmassnahmen vor. In die Pflicht nimmt er vor allem die Landwirtschaft.

Diese sei für 66 Prozent der stickstoffhaltigen Luftschadstoffeinträge in den Wald verantwortlich, schreibt der Bundesrat in dem am Mittwoch verabschiedeten Bericht. Ein Fünftel stamme aus dem Verkehr, 8 Prozent aus den Bereichen Industrie und Gewerbe. Höchste Priorität hat für den Bundesrat deshalb die Reduktion der Stickstoffemissionen an der Quelle. Damit könnten die grösste Wirkung erzielt und zukünftige Schäden vermieden werden. Heute werden auf 95 Prozent der Waldfläche in der Schweiz die tolerierbaren Werte überschritten.

Aus Sicht des Bundesrates reicht aber eine Senkung der Stickstoffemissionen nicht aus, da selbst eine rasche Reduktion die Bodenqualität nur langsam verbessern würde. Zudem habe sie keinen Einfluss auf bereits bestehende Schäden. Eine Möglichkeit sieht der Bundesrat deshalb in waldbaulichen Massnahmen. Dazu zählt die Wahl von tiefwurzelnden Baumarten, um nährstoffreiche Schichten in der Tiefe zu «erschliessen». Denkbar ist auch, ganze Bäume an gefährdeten Standorten zu entnehmen.

Sind Waldböden bereits sehr stark belastet, könnten sie mit der Ausbringung von Kalk saniert werden. Diese Technik ist in Ländern wie Deutschland verbreitet, wird in der Schweiz aber noch nicht praktiziert. Der Bundesrat schlägt vor, Pilotversuche mit sogenannten Kalkungen in der Schweiz durchzuführen.

Skeptisch steht er dem Vorschlag gegenüber, Asche auf dem Waldboden auszubringen. Asche gelte als Abfall und müsse gemäss der geltenden Gesetze entsorgt werden. Zudem sei Asche aus unbehandeltem Holz oft mit Schwermetallen belastet.

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