28.02.2013 06:45
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wald
Sensoranlage verhindert Wildunfälle - Kanton Aargau spricht von «verblüffendem Erfolg»
Sensoranlagen entlang von Strassen, welche die Autolenker statt die Wildtiere warnen, können gefährliche Kollisionen mit Tieren verhindern. Das zeigen Erfahrungen auf einer unfallträchtigen Waldstrecke im Grenzgebiet zwischen den Kantonen Aargau und Luzern.

Die Anlage zwischen Vordemwald AG und St.Urban LU tastet seit zwei Jahren den Strassenrand mit mehreren Infrarotsensoren auf warme und sich bewegende Körper ab, wie das Aargauer Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) in einem Bericht vom Mittwoch schreibt. Die Strasse führt durch das grösste zusammenhängende Waldgebiet des Aargaus.

Bei Versuch sanken Unfälle auf ein Minimum

Wenn ein Tier die Infrarotstrahlen unterbricht, leuchten am Strassenrand sofort die Warntafeln auf. Damit kennen die Fahrzeuglenkenden die Gefahr und können das Tempo reduzieren. Bei üblichen Anlagen werden die Wildtiere mit akustischen Signalen von herannahenden Autos gewarnt - oder fixe Warntafeln weisen die Autolenker auf die potentielle Gefahr durch Wild hin.

Dank der blinkenden Warntafeln kam es 2012 auf der Teststrecke noch zu einem einzigen Unfall. Zuvor ereigneten sich in diesem wildunfallreichsten Gebiet des Aargaus pro Jahr 60 bis 70 Kollisionen. Der Kanton spricht von einem «verblüffenden Erfolg».

Unfallkosten in der Höhe von 25 Mio. Fr.

Seit dem vergangenen Herbst ist auch im Fricktal, zwischen Kaisten und Sisseln, eine Sensoranlage in Betrieb. Die Kosten für eine Anlage betragen mehrere 10'000 Franken.

Kollisionen mit dem Wild können für den Fahrzeuglenker tödlich enden. In jedem Fall entsteht viel Sachschaden. Pro Jahr kollidieren in der Schweiz rund 20'000 Motorfahrzeuge mit Wildtieren. Fachleute schätzen die Kosten der Unfälle auf rund 25 Millionen Franken pro Jahr.

Tiere sind unterschiedlich aktiv

Die von der Firma Calstrom in Trin GR entwickelten Sensoranlagen erfassen nicht nur die Bewegungen des Wildes und leiten diese als Warnsignal weiter, sondern sie können die Daten der Sensoren auch abspeichern. Diese Informationen machen deutlich, nach welchem Muster sich die Wildtiere bewegen.

So sind Tierwarten wie Reh, Gams oder Hirsch im Winter wenig aktiv, wie das BVU herausfand. Das Futter ist knapp und die Tiere müssen Energie sparen. Auch im Hochsommer sind diese Tiere wenig unterwegs, weil es unnötig ist, für die Futtersuche weite Strecken zurückzulegen.

Anders verhalten sich die Füchse. Sie sind aufgrund ihrer Paarungszeit im Hochwinter besonders aktiv. Dann streifen die Fuchsmännchen auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen weit herum.

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