9.08.2019 17:30
Quelle: schweizerbauer.ch - Natanael Burgherr, bul
Wald
Trockener Wald: Unfallrisiko höher
In den Wäldern der Schweiz und Europas ist die grosse Dürre des vergangenen Jahres immer spürbarer. Von den Dürreschäden besonders betroffen sind Tannen und Buchen, nebst weiteren Schäden durch das Eschentriebsterben und den Borkenkäferbefall. Trockene Bäume können zu einer Gefahr für Menschen werden.

Einige Gemeinden untersagen mittlerweile aufgrund der Werkeigentümerhaftung (Art.58 OR) den Zugang zu ihren Wäldern komplett, um das Risiko von Unfällen infolge fallender Äste oder Baumteilen einzudämmen. Totholz kann im Bereich öffentlicher Anlagen wie Waldspielplätzen, Strassen, Lehrpfaden, in der Tat zu einer Gefahr werden.   

Situationen richtig einschätzen

Für die Landwirtschaft und die bevorstehende Holzschlagsaison bedeutet dieser Zustand ein erhöhtes Unfallrisiko. Während das Fällen von Bäumen an sich ist bereits eine gefährliche Tätigkeit darstellt, ist das Fällen von trockenen Bäumen oder in unmittelbarer Umgebung von stehendem, trockenem Holz mit einem noch sehr viel höheren Unfallrisiko behaftet.

Vor Beginn der Arbeiten im Wald ist es unerlässlich, die Situation und insbesondere den Zustand der stehenden Bäume zu beurteilen. Diese Einschätzung erfordert viel Erfahrung, da viele Risikozustände nur schwer zu sehen und zu beurteilen sind. Das Vorhandensein von trockenen Ästen, Kronenteilen und die gesamte Baumstabilität muss bei der Risikobewertung berücksichtigt werden. Ein kleiner Schlag auf einen trockenen Stamm kann dazu führen, dass der Baum ganz oder teilweise bricht. Unterstützung bei der Beurteilung des Bestandes können sich Waldbesitzer beim Forstdienst der Gemeinde einholen.

Keine Fällarbeiten ohne Seilwinde

Ohne Seilwinde ist es zwecklos, mit Fällarbeiten im Wald zu beginnen. Die Seilwinde ermöglicht Ihnen, in einem Sicherheitsabstand zu arbeiten, der gross genug ist, um dem Gefahrenbereich von herunterfallenden Zweigen oder Kronenteilen fernzubleiben.

Traktoren ohne Fahrerschutzkabine haben in der Waldarbeit nichts zu suchen. Die Kabine schützt nicht nur bei Stürzen, sondern auch vor herunterfallenden Baumteilen. Eine geeignete Fällmethode in Kombination mit dem Einsatz der Seilwinde und einem sicheren Fahrzeug senkt hier das Risiko eines schweren Arbeitsunfalls erheblich.

Spezielle Ausbildung erforderlich

Das Fällen von trockenen Bäumen erfordert neben einer Spezialausrüstung wie Teleskopstangen oder Hebegurten unbedingt eine spezifische Ausbildung. Sie vermittelt die richtige Einschätzung von Totholz, die sichere Fällmethode und den Einsatz des Spezialmaterials.

Die eintägige Ausbildung richtet sich an Personen mit fundierter Erfahrung im Holzschlag und findet mit maximal 4 Teilnehmern statt. Weitere Informationen zur Risikothematik Totholz werden an der Forstmesse in Luzern am Stand der BUL (Halle 2, Stand B03) vermittelt. 

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