12.01.2020 13:53
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Australien
Vegetation und Waldbrände beeinflussen sich
Zwischen Pflanzen und Klima gibt es Rückkopplungen, die sich unmittelbar auf das Risiko für Waldbrände auswirken. Bei Trockenheit vermindere sich zum Beispiel der Kühleffekt durch Verdunstung, erklärte Mark Howden von der Australischen Nationaluniversität in Canberra.

Bäume geben normalerweise das meiste aus dem Boden aufgenommene Wasser über winzige Poren in ihren Blättern als Wasserdampf wieder ab und kühlen so die Umgebungsluft. Bei Trockenheit kommt dieser Prozess ins Stocken. «Wenn es richtig trocken ist, wird es tendenziell auch sehr heiss», so Howden, Mitglied des Weltklimarats, IPCC. Umgekehrt trockne der Grund auch rascher aus, wenn es heiss sei. «Die beiden Dinge sind miteinander gekoppelt.»

Erst kürzlich hatten Forscher über die Folgen eines seit Jahren auch in Deutschland beobachteten Phänomens berichtet: Ein früheres Ergrünen der Pflanzen im Frühling hat vielerorts trockenere Böden im anschliessenden Sommer zur Folge, denn die Pflanzen ziehen Wasser aus dem Erdreich. Der Effekt werde im Zuge des Klimawandels regional zu häufigeren und stärkeren Hitzewellen führen und die Verfügbarkeit von Wasser vermindern, hiess es im Fachmagazin «Science Advances». Eine potenzielle Folge: mehr Waldbrände.

Probleme infolge verstärkter Trockenheit sind demnach vor allem in Europa, Ost- und Westasien sowie dem Osten Nordamerikas zu erwarten, und dort vor allem in Gebieten, in denen es schon jetzt im Sommer häufig an Wasser mangelt.

Es sei damit zu rechnen, dass in manchen Regionen Deutschlands infolge verstärkter Sommertrockenheit vermehrt Bäume absterben, erklärte Fred Hattermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Im vergangenen Sommer habe es etwa nicht nur bei der Fichte grosse Schäden gegeben, sondern auch bei anderen Bäumen wie der Eiche, die bei starker Austrocknung ganze Äste verliere.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE