Samstag, 31. Juli 2021
02.10.2013 17:00
Wald

Wald: Fahrspuren schaden der Baumverjüngung

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Der Einsatz von schweren Holzerntemaschinen führt zu Fahrspuren und kann den Waldboden beeinträchtigen. Ein internationales Forscherteam untersuchte, wie sich die Belastung auf die Böden auswirkte. Sie fanden heraus, dass die Folgen für Pilze und Bakterien und damit die Baumverjüngung markant sind.

In einem Waldboden leben unzählige Bakterien, Pilze, Regenwürmer und andere Kleinlebewesen. Sie sind unverzichtbar für die Bodenfruchtbarkeit. Die luft- und wasserführenden Hohlräume werden aber durch schwere Holzerntemaschinen bei zu nasser Witterung in Mitleidenschaft gezogen. Der Unterboden wird massiv verdichtet, wie die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL in einem Communiqué am Mittwoch schreibt.

Verschiedene Feuchtezustände untersucht

„Bisher wussten wir nur wenig darüber, wie sich die zunehmende Belastung auf das Leben im Boden auswirkt“, erklärt Martin Hartmann, Bodenmikrobiologe der WSL. Forscher der WSL, der Universitäten Zürich, Tartu (Estland) und München sowie der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz gingen der Frage nach, wie sich der bodenphysikalische Zustand und der Gasaustausch zwischen Boden und Atmosphäre verändert.

Dazu legten sie mit Erntemaschinen Fahrspuren auf zwei Waldböden im Mittelland an. Die Spuren wurden unterschiedlich stark bewässert, um unterschiedliche Feuchtezustände zu simulieren. „Direkt vor und in den vier Jahren nach den Versuchen haben wir wiederholt zahlreiche Bodenproben in und neben den Fahrspuren genommen“, erklärt Hartmann.

Wichtige Pilzarten verschwinden – Spuren jahrelang sichtbar

Die Ergebnisse zeigen ein deutliches Bild. Durch die mechanische Belastung werden die Böden markant verändert, heisst es in der Mitteilung. Hohlräume werden zusammengepresst, die Vernetzung der Poren im Boden zerstört. Das führt zu einer Unterbrechung der Luftzufuhr, der Wasserfluss wird reduziert. Die für das Baumwachstum wichtigen Mykorrhizapilze verschwinden fast vollständig. Dafür breiten sich Fäulnisbakterien aus, die das Wachstum hemmen. In den sauerstoffarmen Verhältnissen gedeihen nun auch Arten, die Lachgas und Methan produzieren.

Die Fahrspuren sind noch während langer Zeit sichtbar. Nach vier Jahren hatten sich zwar einige Bakterienarten wieder erholt, andere Bakterien sowie die meisten Pilze litten weiterhin unter der Verdichtung. Die Forschenden gehen davon aus, dass Jahrzehnte bis Jahrhunderte vergehen werden, bis sich Böden nach starken Belastungen wieder vollständig erholt haben.

Bodenschutz wird immer wichtiger

Die Wissenschaftler weisen daher darauf hin, dass bei der Waldbewirtschaftung der Bodenschutz zunehmend wichtig werde, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. Eine Schlüsselfrage sei nun, ab welcher Belastung der Boden dauerhaft geschädigt werde, heisst es in der Mitteilung. Dank den neuen Erkenntnissen soll ein  Frühwarnsystem entwickelt werden, um nachteilige Bodenveränderungen rechtzeitig zu erkennen.

„Insbesondere die Methan produzierende Bakterien sind gute Indikatoren, um eine Überlastung des Bodens aufzuzeigen“, merken die Forscher an. Zudem könnten die Ergebnisse dazu beitragen, die Waldbewirtschaftung zu optimieren.

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