8.09.2018 06:02
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/blu
Bern
Wald ist Verlustgeschäft
Die Waldwirtschaft des Kantons Bern kann das Potenzial nicht ausschöpfen, weil die Branche zu kleinstrukturiert und zu wenig wirtschaftlich orientiert ist.

Obschon die Nachfrage nach Holz vorhanden ist, wir der Berner Walad zu wenig genutzt. Ein Drittel des Berner Waldes wird von den 97 Berner Forstbetrieben bewirtschaftet. Mit 556 Hektaren ist die Waldfläche nur halb so gross wie der Schweizer Durchschnitt, heisst es in einer Mitteilung des Kantons Bern. Die restlichen zwei Drittel sind «Kleinwald» in der Hand von 328 öffentlichen und über 36'000 privaten Eigentümern, die durchschnittlich drei Hektaren Wald besitzen

Für zwei von drei Waldeigentümern sei der Wald keine Einkommensquelle oder sogar ein Verlustgeschäft, heisst es weiter. Volkswirtschaftsdirektor und Regierungsrat Christoph Ammann sieht daher grossen Handlungsbedarf in der Sozioökonomie. Der Wald müsse nachhaltig genutzt werden. Dies nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern um seine Schutzfunktion und seine Bedeutung als Natur- und Erholungsraum aufrecht zu erhalten.

"Die Umweltbelastung und der Klimawandel setzen dem Wald zu", sagte Ammann bei der Präsentation des Nachhaltigkeitsberichts 2018. Darum werde geforscht, welche Bäume mit dem wärmeren Klima besser zurechtkämen. «Adaption heisst das Stichwort: Den Wald für den Klimawandel fit machen», sagte Ammann. Auch dafür brauche es eine funktionierende Wald- und Holzwirtschaft.

Durch Zusammenarbeit und Innovation könne die Wald- und Holzwirtschaft adaptiert und gestärkt werde, heisst es weiter. Die öffentliche Hand unterstütze die Unternehmen der Wald- und Holzwirtschaft, indem sie gute Rahmenbedingungen schaffe. «Wichtigster Punkt ist die Entwicklung von Zusammenarbeit und Innovation in der Waldwirtschaft», heisst in der Mitteilung. Projekte wie die «Initiative Holz BE» und das Programm «Nachhaltige Waldwirtschaft BE» zeigten bereits Wirkung: Alle Akteure innerhalb der Wertschöpfungskette Holz setzten sich für die Verwendung von Holz aus der Region ein.

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