7.03.2017 13:41
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Wald: Phosphormangel erforschen
Forscher der Universität Hohenheim haben sich den zunehmenden Phosphormangel im Wald zum Forschungsgegenstand gemacht. In einem sechsjährigen Projekt wollen sie insbesondere den Beitrag der Mikroorganismen im Phosphorkreislauf der Waldböden besser verstehen lernen.

Wie die Hochschule am vergangenen Donnerstag ausführte, zählen fünf Waldflächen im Bayerischen Wald und der Rhön sowie im Schwarzwald, in Thüringen und in Niedersachsen zu den Untersuchungsobjekten. Dabei handele es sich zwar durchweg um Buchenwälder, die aber auf unterschiedlichen Böden mit verschiedenen Phosphorgehalten angesiedelt seien.

Hier suchen die Forscher laut Sven Marhan vom Fachgebiet Bodenbiologie Antworten auf die Fragen, ob Phosphor vorrangig aus dem Gestein gewonnen oder aus der organischen Auflage recycelt wird. Sie erhofften sich ausserdem Aufschluss darüber, wie sich die Standorte unterschieden und welche Mikroorganismen bei der Mobilisierung des Nährstoffes eine Rolle spielten.

Bereits bekannt ist nach Angaben des Bodenbiologen, dass im Wesentlichen Bodenpilze daran beteiligt sind. Ektomykorrhiza bildeten ein eng anliegendes Netz um die Wurzelspitzen der Bäume. Diese Symbiose diene dem gegenseitigem Nutzen. Saprotrophe Pilze dagegen ernährten sich vorwiegend von totem organischem Material und führten die in toter organischer Substanz gebundenen Nährstoffe wieder dem Boden und den Pflanzen zu.

Die Ergebnisse nach 14 Monaten deuteten darauf hin, dass beide Gruppen Phosphor in gleichem Masse mobilisierten. In der  nächsten Förderphase wollen die Forscher Marhan zufolge dazu übergehen, Flächen mit Stickstoff, Phosphor und beiden Nährstoffen in Kombination zu düngen und die Reaktion der mikrobiellen Struktur zu untersuchen. Neben der Universität Hohenheim sind rund zwei Duzend weitere Forscherteams an dem Projekt beteiligt.

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