Dienstag, 31. Januar 2023
16.11.2022 15:55
Wald

Weihnachtsbäume: Gute Ernte trotz Hitzesommer

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Von: blu

Der Sommer 2022 geht als sehr warm und vielerorts deutlich zu trocken in die Klimageschichte ein. Den Schweizer Weihnachtsbäumen haben die Hitze aber gut verkraftet. Es wird eine gute Ernte erwartet.

In der Schweiz werden jedes Jahr rund 1,7 Millionen Christbäume verkauft. Etwas mehr als die Hälfte wird importiert, teilen die IG Suisse Christbaum und WaldSchweiz mit. Wie viele Bäume eingeführt werden, ist aber schwer zu eruieren. «Denn die Zahlen des Handels liegen nicht offen und die Zollverwaltung erfasst die Importe nach Gewicht und zusammen mit Schnittgrün. Klar ist: Der mit Abstand wichtigste Lieferant ist Dänemark», schrieb der Landwirtschaftliche Informationsdienst im November 2021.

500 Produzenten

In der Schweiz verkaufen rund 500 Landwirte und Forstbetriebe Weihnachtsbäume. Die Produktion von Schweizer Weihnachtsbäumen sei eine wichtige Einnahmequelle und sichere lokale Wertschöpfung, heisst es weiter. Dass Importbäume oftmals über längere Zeit in Hallen gelagert werden, bestätigt Philipp Gut, Geschäftsleiter von IG Suisse Christbaum, nicht. Allerdings weist er darauf hin, dass ein Schweizer Baum hier Wertschöpfung generiert und Arbeitsplätze schafft. Bei Importbäumen fliesse das Geld ins Ausland ab.

Der Sommer 2022 geht als Hitzesommer in die Geschichte ein. Die Schweizer Christbäume haben diesen aber gut überstanden. «Die Trockenheit haben die Bäume gut verkraftetet. Nur vereinzelte Weihnachtsbaumproduzenten beklagen das Absterben von frisch gesetzten Christbaumkulturen. Angewachsene, tiefwurzelnden Bäume stecken auch eine längere Trockenphase problemlos weg», teilen die beiden Organisationen mit. Dank ihren Pfahlwurzeln konnten die Christbaumkulturen genügend Wasser beziehen und der Trockenheit trotzen, sagt Philipp Gut. Die Schweizer Produzenten erwarten deshalb eine gute Ernte mit hoher Qualität.

Fläche für Ausbau vorhanden

Die Nachfrage nach Schweizer Bäumen übersteigt das Angebot. Wäre ein Ausbau der Produktion keine deshalb keine Option? «Ja, das Schweizer Christbaumangebot könnte gesteigert werden. Genügend Fläche wäre vorhanden. Jedoch dauert dies 8 bis 10 Jahre», so Gut. Man wolle nur so viel produzieren, wie auch tatsächlich verkauft werden kann. «Solange noch Christbäume importiert werden, macht es keinen Sinn, mehr Schweizer Christbäume anzubauen», stellt er klar.

Das Schweizer Klima und die heimischen Böden sind gemäss der IG und WaldSchweiz gut geeignet für die Anzucht von Weihnachtsbäumen. Zudem absorbiere ein Nadelbaum in den zehn Jahren, in welchen er zu einem Christbaum heranwachse, rund 18 Kilo CO2. Gleichzeitig produziere er Sauerstoff und filtere grosse Mengen Staubpartikel aus der Luft.

Werde der Baum richtig entsorgt – in einer Kompostieranlage oder einem Heizkraftwerk – gelange nur so viel CO2 in die Luft, wie während des Wachstums gebunden wurde, halten die beiden Organisationen fest.

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