29.10.2017 10:51
Quelle: schweizerbauer.ch - Christof Lüthi
Waadt
2400 ha Vernetzung umgesetzt
Landwirte, Behörden und Nestlé Waters schützen mit dem Projekt Eco-Broye gemeinsam die Henniez-Wasserressourcen.

2009, zwei Jahre nach dem Kauf der Mineralquellen bei Henniez, lancierte Nestlé Waters das Projekt Eco-Broye, um die Quellen und die dazugehörigen natürlichen Ressourcen noch besser zu schützen. Bereits durch den früheren Besitzer war ab 1991 ein 120 ha grosses Schutzgebiet, die Domaine d’Henniez, geschaffen worden.

Seither werden hier keine Pflanzenschutzmittel und Dünger mehr ausgebracht. Das erste Schutzgebiet wurde um ein ökologisches Vernetzungsprojekt erweitert, an dem sich 65 Landwirte beteiligen. 2017 wurden die fünf Hauptprojekte der ersten Phase  auf der Domaine d’Henniez abgeschlossen. 

Acht Jahre Zeit

Die zweite Phase beginnt 2018. In den nächsten acht Jahren soll die Biodiversität durch zusätzliches Pflanzen von Hochstamm-Obstbäumen diverser Arten weiter verbessert werden. Damit soll das Sortenreservoir vergrössert und die Durchwurzelung der Wiesen verbessert werden. Der extensive Anbau alter Getreidesorten wird ebenfalls ausgedehnt.

Als Neuheit werden Hecken, bestehend aus Fruchtbäumen, Beeren und Wildgehölzen, in Form einer Permakultur angelegt. «Erfahrungen damit hat man bereits in Südwestfrankreich und Nordamerika gesammelt», erklärt Olivier Mayor, Bewirtschafter der Domaine d’Henniez.

Entlang der Fliessgewässer innerhalb des Vernetzungsprojektes werden zwecks Beschattung und Kühlung des Wassers vermehrt Weiden gepflanzt. Durch die Mischung der Baumarten in den Waldpartien wird die Durchwurzelung des Bodens bezüglich der Tiefe und Breite ausgeglichener. Eine abgestufte Heckenbildung (Waldsaum) entlang der Waldränder wird in Zukunft die Angriffsfläche des Windes verkleinern. 

Nur noch IP-Suisse

Der Einsatz eines Roboters für gezielte Herbizidbehandlungen rund um die bestehende 2400 ha grosse Schutzzone soll einen zusätzlichen Schutzpuffer für die Quellfassungen ergeben.  Es wird angestrebt, bis in acht Jahren die gesamte landwirtschaftliche Produktion innerhalb der ökologischen Vernetzung auf IP-Suisse umzustellen. 

Die Projekte zum Schutz der Wasserquellen werden generell von Nestlé Waters initiiert und die dazu nötigen Machbarkeitsstudien von ihnen finanziert. Einmal lanciert, ist es anschliessend Aufgabe des Kantons, die Projekte mit Hilfe von Beiträgen und Direktzahlungen umzusetzen und weiterzuführen.

Abgeschlossene Projekte erste Phase

Förderung der Biodiversität: Die Artenvielfalt der Flora und Fauna konnte innerhalb des Schutzperimeters deutlich vergrössert werden. 

Natürliche Wasserfiltration: Die Wasserqualität des Baches (La Rape), der durch die Schutzzone fliesst, wurde durch eine biologische Wasserfiltrationszone mit einer dafür speziell geeigneten Bepflanzung verbessert.

Renaturierung eines Bachlaufes: Auf 300 m Länge wurde ein ehemals unterirdisch kanalisierter Bach freigelegt und renaturiert.

Pflanzen von Bäumen: Zwecks Erhaltung von 30 alten Obstsorten wurde eine grosse Anzahl Hochstammbäume verstreut über die Domaine d’Henniez gepflanzt. Diese Bäume dienen zusätzlich der intensiven Durchwurzelung des Bodens.

Bau einer Biogasanlage: In der Nähe des Fabrikationsgebäudes in Henniez errichtete der Stromerzeuger Groupe E (Greenwatt) auf dem Boden von Nestlé Waters die schweizweit grösste Biogasanlage zur Produktion von Elektrizität. Neben Hofdüngern aus der Region werden auch die Abfälle aus der Kaffeproduktion von Nespresso und Nescafé verwendet. cl

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