20.05.2020 12:12
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bund
10 Millionen Hilfe für Weinbauern
Die Schweizer Weinbauern erhalten wegen der Corona-Krise vom Bund einen Betrag von zehn Millionen Franken, damit sie ihre nicht verkauften AOC-Weine als billigere Tafelweine absetzen können. Ausserdem sollen die Höchsterträge für die Ernte 2020 gesenkt werden.

Durch die Schliessung der Restaurants und dem Veranstaltungsverbot während der Corona-Krise sei auch der Schweizer Weinmarkt eingebrochen, teilte das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) am Mittwoch mit. Der Bundesrat hat deshalb entschieden, den Weinmarkt mit einer Finanzhilfe zu entlasten.

2 Franken pro Liter 

Ab dem 1. Juni erhalten die Weinbauern für jeden Liter deklassierten Weines mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung (AOC) einen Bundesbeitrag von maximal zwei Franken. Dieser Tafelwein soll dann hauptsächlich in der Nahrungsmittelindustrie verwendet werden.

Die finanzielle Unterstützung werde proportional zur Rebfläche der Kantone aufgeteilt und so für alle Schweizer Weinbetriebe die gleichen Voraussetzungen geschaffen, hiess es. Sobald die Finanzhilfen des Bundes ausgeschöpft seien, könnten die Kantone die Unterstützung freiwillig weiterführen. Diese sei wichtig, um die gesetzten Ziele zu erreichen.

Höchsterträge sinken

Zusätzlich müssen die Kantone die Höchsterträge für die diesjährige Weinernte auf 1,2 Kilogramm pro Quadratmeter für AOC-Weisswein und auf 1 Kilogramm pro Quadratmeter AOC-Rotwein senken. Nur so erhalten ihre Betriebe die Deklassierungsbeiträge.

Trotz der Zunahme des Konsums von Schweizer Wein während der letzten zwei Jahre ist der Markt wegen der grossen Lagerbestände bereits seit Ende 2019 in einer schwierigen Situation. Die Bundeshilfe zur Entlastung des Weinmarktes ergänze die finanzielle Unterstützung für die Absatzförderung, welche die Branche bereits heute vom Bund erhalte, hiess es in der Mitteilung.

Bauernverband begrüsst Entscheid

Der Schweizer Bauernverband begrüsst diesen Entscheid. Er hat das zusammen mit dem Weinbauernverband gefordert, da den Weinproduzenten mit der Schliessung aller Restaurants der wichtigste Absatzkanal entzogen wurde. Diese Corona-Massnahme habe der sich ohnehin in einer schwierigen Lage befindenden Branche wirtschaftlich stark zugesetzt. «Dank dem heutigen Entscheid können sie hoffen, dass sich der Weinmarkt wieder stabilisiert», schreibt der Verband.

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