2.08.2018 10:51
Quelle: schweizerbauer.ch - Therese Krähenbühl
Bundesrat
100 Millionen für einen Campus
Bundesrat Johann Schneider-Ammann sprach beim 1.August-Brunch auf dem Hof der Familie Theiler in Hergiswil am Napf über sein Verhältnis zu Bauernverbandspräsident Markus Ritter und die Pläne, die er für den letzten Teil seiner Amtszeit als Bundesrat hat. So auch zur landwirtschaftlichen Forschung. -> Mit Video

«Lieber Markus Ritter, das Publikum erwartet, dass wir etwas dazu sagen, wie wir zusammenarbeiten. Ich habe diese Frage in den letzten zwei Stunden x-mal gestellt bekommen», sagte Johann Schneider-Ammann in seiner 1.August-Rede auf dem Hof der Familie Theiler in Hergiswil am Napf zum ebenfalls anwesenden Bauernverbandspräsidenten und Nationalrat Markus Ritter. 

«Arbeiten vernünftig zusammen»

«Ich kann Euch liebes Publikum sagen, wir arbeiten vernünftig zusammen», setzte der Bundesrat seine Ausführungen fort. Sie seien einander schon etwas aufgestanden, das gebe er zu, und die Medien hätten dies genüsslich mit gemacht. 

«Zwischenzeitlich waren wir am Sonntagnachmittag zusammen im Bären Madiswil und wir haben uns auf einen vernünftigen Stil, wie wir miteinander in Zukunft die Fragen der Landwirtschaft angehen wollen, ausgesprochen und geeinigt.» Das was am dienlichsten sei, sei zusammen im Dialog zu stehen und auch mal miteinander zu ringen. Da müsse man auch nicht immer derselben Meinung sein. 

«Wir machen miteinander eine Politik, in der es heisst, dass eine Million Hektaren in diesem Land der Landwirtschaft als landwirtschaftliche Nutzfläche jederzeit zur Verfügung stehen müssen.» Dieses Dossier würden sie zusammen abschliessen, solange er noch etwas zu sagen habe, betonte der Agrarminister. 

40 Millionen sparen

Johann Schneider-Ammann sprach nicht nur über sein Verhältnis zu Markus Ritter, sondern auch über die landwirtschaftliche Forschung und ein grosses Projekt, das er in diesem Zusammenhang realisieren möchte. «Wichtig ist es mir, dass ich zur Landwirtschaftsforschung zu Euch auch noch ein Wort sagen kann», leitete Schneider-Ammann seine Erläuterungen ein. 

«Der Bundesrat hat mir einen demokratisch ausgemehrten Auftrag gegeben, in dem es heisst, dass ich 20 Prozent der landwirtschaftlichen Forschungsgelder streichen und 40 Millionen pro Jahr sparen solle. Meine Reaktion war, dass ich das fürs Erste so nicht mache.» 

Finanzminister will «gutes» Projekt unterstützen

Er wolle studiert wissen und ausdiskutiert haben, ob es nicht gescheit wäre, das Konzept für die landwirtschaftliche Forschung mit einem Campus, mit Plantagen, auf denen Kulturgüter, die man für die Forschung brauche, gezogen würde, auf neue Beine zu stellen. 

«Das würde bedeuten, dass wir 100 Millionen vorinvestieren müssen. Und haben wir diese 100 Millionen oder haben wir sie nicht? Ich habe mit dem Finanzminister einmal eine lange Diskussion geführt. Und der Finanzminister (Red. Ueli Maurer), der aus der Landwirtschaft kommt und der die Landwirtschaft hoch haltet, hat mir gesagt, dass wir die haben, wenn das Projekt gut ist.»

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