26.01.2014 09:29
Quelle: schweizerbauer.ch - sam
SP
10'000 Bauern sind genug - EX-SP-Präsident will weniger Bauern anstatt weniger Zuwanderung
In der Schweiz arbeiten viel zu viele Menschen in der Landwirtschaft. Das schreibt der ehemalige SP-Präsident Peter Bodenmann in der "Schweiz am Sonntag. Gemäss Bodenmann würden 10'000 Bauern reichen. Junge Bauern sollten Autos Flicken und Bäuerinnen anstelle von Polinnen die Alten pflegen.

Im Zusammenhang mit der Masseneinwanderungsinitiative der SVP, welche die Wiedereinführung von Kontingenten für ausländische Arbeitskräfte verlangt, schreibt Bodenmann von einer "Schlampi-Initiative". Denn der Grund für das geringe Pro-Kopf-Wachstum trotz massiver Zuwanderung liege in der geringen Produktivitität:  "Niemand will von rechts bis links wahrhaben, dass die Euroländer Deutschland und Österreich pro Kopf schneller wachsen als das Miniatur-Wunderland Schweiz."

 Doch für das geringe Wachstum pro Kopf sei nicht die starke Zuwanderung verantwortlich, wie es der Freiburger Wirtschaftsprofessor Reiner Eichenberger behaupte. "Nicht weil wir viele Zuwanderer haben, wächst die Wirtschaft pro Kopf zu langsam. Umgekehrt ist es richtig: Wir brauchen für das Schweizer Mager-Wachstum überdurchschnittlich viele Zuwanderer, weil wir zu wenig produktiv sind."

Zölle auf europäisches Niveau senken

Für Bodenmann ist die Stossrichtung klar: Nicht weniger Zuwanderung, sondern tiefere Preise für  Waren und Lebensmittel sollen für mehr Wohlstand sorgen. "In der Schweiz arbeiten viel zu viele Menschen in der Landwirtschaft. Und deren vor- und nachgelagerten Betrieben", so seine Meinung. Deshalb müssten die Zölle  – mit oder ohne Freihandelsabkommen – auf europäisches Niveau gesenkt werden. Und die Bäuerinnen und Bauern, die nicht umsteigen wollen oder können, will der SP-Alt-Nationalrat "sozialverträglich frühpensionieren".

Autos flicken und Alte Pflegen

Jeder Haushalt hätte durchschnittlich 3000 Franken mehr reale Kaufkraft, so Bodenmanns Folgerung. "Junge Bauern würden anstelle von Portugiesen neu unsere Autos flicken. Und junge Bäuerinnen anstelle von Polinnen die Alten pflegen", meint der Walliser Hotelier. "10'000 Bauernbetriebe können locker eine Million Hektaren bewirtschaften. Und mehr Fläche haben wir nicht", lautet Bodenmanns Fazit.

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