18.02.2016 06:08
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Hornkuh-Initiative
100'000 haben unterschrieben
Armin Capaul hat schon über 100'000 Unterschtiften für seine Hornkuh-Initiative gesammelt. Er glaubt, dass diese zustande kommt – und vom Volk angenommen wird. Das hält auch Politologe Lukas Golder für möglich.

Armin Capaul biegt mit der Unterschriftensammlung für seine Hornkuh-Initiative auf die Zielgerade ein. Bis zum Ablauf der Sammelfrist am 23. März muss er 100'000 gültige Unterschriften einreichen für seine Forderung, dass der Bund die Halter von Hornkühen und behornten Ziegen finanziell unterstützt.

Es scheint, dass er dieses Ziel erreicht. «Wir werden von einer Welle überrollt. Letzte Woche haben 6000 unterschrieben, wir haben wir die 100'000er-Hürde geknackt», freut sich der Bergbauer aus Perrefitte BE. «73184 Unterschriften sind beglaubigt.»

Grosses Interesse

Capaul ist zuversichtlich, dass die Initiative zustande kommt: «Wenn wir 110'000 Unterschriften sammeln, sollte es reichen.» Er sei  in den letzten Wochen viel unterwegs gewesen, «jetzt ist nur noch Stimmenzählen angesagt.» Ihm helfe, dass sein Begehren enorm an Bekanntheit gewonnen habe: «Im März 2015 hatten wir 2800 Besuche auf der Homepage. Im Januar 2016 waren es 13'600.» Zudem seien in den letzten fünf Jahren über 2000 Zeitungsartikel zum Thema erschienen.

Der Politologe Lukas Golder vom Forschungsinstitut gfs Bern kann sich vorstellen, dass genug Unterschriften zusammenkommen: «Stimmen die Zahlen und sind die letzten Aufrufe erfolgreich, können die Initianten optimistisch sein.» Laut René Lenzin von der Bundeskanzlei lässt sich aufgrund der gesammelten Unterschriften nicht zuverlässig abschätzen, ob es für eine Initiative reicht. «Erfahrungswerte gibt es hingegen für die eingereichten Unterschriften. Werden 5 bis 10 Prozent mehr bescheinigte Unterschriften gezählt als nötig sind, können die Initianten in der Regel ruhig schlafen.»

Volk kann abstimmen

Kommt die Hornkuh-Initiative zustande, kann das Volk abstimmen.  Für Capaul ist das nur noch eine Formsache: «Die Abstimmung ist kein Problem mehr, die Initiative wird angenommen. Da bin ich sicher.»

Lukas Golder ist vorsichtiger: «Es ist noch zu früh für eine vernünftige Aussage.» Zuerst müssten sich die Parteien und Medien eine Meinung bilden. «Dass zum Sammeln der Unterschriften die  ganze Frist ausgenützt werden muss zeigt, dass Kuhhörner nicht vielen Menschen unter den Nägeln brennen.» Doch habe das Initiativthema einen Vorteil, findet der Politologe: «Es verknüpft Tierschutz und Tradition.» Damit mache die Initiative ein potenziell interessantes Angebot für Linke und für Rechte.

Der Initiativtext

Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:
Art. 104 Abs. 3 Bst. b
3. Er (der Bund) richtet die Massnahmen so aus, dass die Landwirtschaft ihre multifunktionalen Aufgaben erfüllt. Er hat insbesondere folgende Befugnisse und Aufgaben:
b. Er fördert mit wirtschaftlich lohnenden Anreizen Produktionsformen, die besonders naturnah, umwelt- und tierfreundlich sind; dabei sorgt er insbesondere dafür, dass Halterinnen und Halter von Kühen, Zuchtstieren, Ziegen und Zuchtziegenböcken finanziell unterstützt werden, solange die ausgewachsenen Tiere Hörner tragen.

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