11.03.2018 10:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Therese Krähenbühl
Politik
15 Jahre im Dienste der Bauern
Der St.Galler CVP-Politiker Jakob Büchler beendete am Donnerstag nach 15 Jahren seine Nationalratskarriere.

Er möchte  zur Erinnerung gerne ein Bild mit der Statue des Schweizer Schutzpatrons Niklaus von Flüe machen, erklärte der St.Galler CVP-Nationalrat Jakob Büchler am Donnerstag, dem letzten Tag, den er nach 15 Jahren als Nationalrat im Berner Bundeshaus verbrachte. Er sei kein Frömmler, aber von Flüe habe ihn während seiner politischen Karriere immer inspiriert.

Politik und Glaube

Genau wie für sein Vorbild von Flüe haben auch für Büchler seine religiöse Überzeugung und sein Glaube eine wichtige Rolle gespielt. «Als Präsident des Christlichen Bauernbundes habe ich mich für den Erhalt der christlichen Werte eingesetzt. Für mich schliessen sich Glaube und Politik nicht aus. Im Gegenteil. Andere Religionen treten viel dominanter auf und bringen ihre Überzeugungen stärker ein. Der Glaube verbindet Menschen auch gerade dann, wenn sie sich politisch einmal nicht einig sind.»

Stimme für die Landwirte

Bevor sich Niklaus von Flüe  in seine Einsiedelei  zurückzog, war er, gleich wie Büchler, Bauer und hat sich später als Seelsorger der Probleme der Bauern angenommen. Auch Büchler setzte sich  als Politiker für die Interessen der Bauern ein. «Jedes Jahr war es ein Kampf, bei der Budgetdebatte Geld für die Landwirtschaft zu erhalten», erinnert sich Büchler.

Leider gebe es Probleme, welche die Politik nicht lösen könne wie etwa die Situation der Milchbauern. «Die verarbeitende Milchbranche ist eine eigene Schiene, in welche die Politik nicht wirklich eingreifen kann. Daher sagt auch der Bundesrat, dass man sich mit der Branche auseinandersetzen müsse», betont der abtretende Nationalrat. 

Der Bund selber könne nicht in das Operative der Milchbranche eingreifen. «Früher war das anders, als der Bundesrat den Milchpreis festgelegt hat. Aber diese Zeiten sind schon lange vorbei.» An seinem letzten Tag als Nationalrat kann Büchler aber auch auf viele positive Dinge zurückblicken. Aus landwirtschaftlicher Sicht habe er sich zum Beispiel über die Zustimmung zu den Beiträgen für die Milchkühe sehr gefreut.

Stimme für das Militär

Nebst der Landwirtschaft war das Militär das zweite wichtige Standbein von Jakob Büchlers  Politik. «Dass wir damals die Volksinitiative zur Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht verhindern konnten, war für mich während meiner Zeit als Politiker einer der grössten und wichtigsten Erfolge», betont Büchler. Niklaus von Flüe, der selber von 1440 bis 1446 als Offizier am Alten Zürichkrieg teilgenommen hat, würde Büchler dazu wohl ebenfalls beglückwünschen.

Erfolg und Zuversicht

Obwohl die Frühjahrssession noch bis am 16. März dauern würde, hat sich Büchler entschieden, bereits am 8. März seine Tätigkeit als Nationalrat zu beenden. «Mir schien das ein gutes Datum zu sein. Ich habe das schon lange im Voraus so geplant und habe das auch mit meinem Nachfolger abgesprochen.»

Wie es vielleicht auch von Flüe getan hätte, verabschiedet sich Büchler mit ermutigenden Worten: «Ich wünsche den Schweizer Bauern eine gute Zukunft, viel Erfolg und Zuversicht. Die bäuerlichen Vertreter sind im Nationalrat auch über die Parteien hinweg gut vernetzt. Die Bauern können auf die Unterstützung der bäuerlichen Parlamentarier im Bundeshaus vertrauen.»

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