6.02.2014 11:28
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Weinmarkt
3,1 Millionen Liter Wein wurden deklassiert
Der Bund hat 4,6 Mio. Fr. an Weinkellereien ausgeschüttet, die 3,1 Mio. Liter Schweizer AOC-Wein deklassiert haben.

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat 4,6 Mio Fr. an Weinkellereien ausgerichtet, die damit AOC-Wein des Jahrgangs 2012 und früherer Jahrgänge zu Tafelwein deklassiert haben. Insgesamt seien 3,1 Mio Liter Wein deklassiert worden, gibt BLW-Sprecher Jürg Jordi auf Anfrage Auskunft. Die Zahlungen seien im Dezember 2013 entrichtet worden.

Der maximale Beitrag pro Liter deklassierten AOC-Weins hat dabei laut Verordnung 1.50 Fr. betragen. Insgesamt hätten elf Betriebe Geld ausbezahlt erhalten, die allesamt aus der Westschweiz stammen, teilt Jordi mit. Dabei hätten die vier grössten Betriebe zusammen 4,3 Mio. Fr. erhalten. Doch einige grosse Betriebe hätten auch als Zwischenhändler für unabhängige Selbsteinkellerer fungiert, um ihnen die administrative Arbeit zu erleichtern.

Klar ist damit, dass der vom Parlament gesprochene Kredit von 10 Mio. Fr. nur knapp zur Hälfte ausgeschöpft wird. Im Dezember 2012 hatte das Parlament 10 Mio. Fr. für die Marktentlastung beim Wein gesprochen. Nationalrat Jean-Pierre Grin (SVP, VD) hatte dafür ursprünglich 15 Mio. Fr. beantragt und im Nationalrat eine Mehrheit gefunden. Doch der Ständerat hatte sich quergestellt, schliesslich hatten sich die Räte auf 10 Mio. Fr. geeinigt. Grin hatte auf die Frankenstärke verwiesen.

André Bugnon (SVP, VD) hatte betont: «Wenn wir keine Massnahme treffen, um den Markt ins Gleichgewicht zu bringen, dann werden die Winzer, die in meiner Region pro Hektare Chasselas auf einen Ertrag von 24'000 Fr. kommen, aber trotz voller Ausschöpfung der Rationalisierungsmöglichkeiten Produktionskosten von 26'000 bis 30'000 F. aufweisen, beginnen, den Rebbau aufzugeben.»

Wohin geht der Wein?

Ob der deklassierte Wein getrunken oder weiterverarbeitet wird, kann das BLW nicht sagen. Denn der Endzweck musste im Gesuch nicht angegeben werden. Laut Verordnung muss er  bis Ende 2014 unter der Bezeichnung «Tafelwein» oder als Verarbeitungswein abgegeben werden. Er darf nicht für den Verschnitt von AOC-Wein oder Landwein verwendet werden. Das BLW erklärt den Begriff «Verarbeitungswein» auf seiner Homepage wie folgt: «Wein für die Industrie zur Herstellung von Essig, Schaumweinen, Saucen und Fertiggerichten». Es ist also möglich, dass er etwa für Fertigfondues verwendet wird. sal

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