24.09.2020 15:18
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/mgt
Graubünden
50 Höfe werden «klimafreundlicher»
Die Regierung des Kantons Graubünden hat beschlossen, das Projekt «Klimafreundliche Landwirtschaft Graubünden» von 2021 bis 2025 mit 6,4 Millionen Franken zu unterstützen. Damit kann die Umsetzung der Pilotphase noch diesen Herbst gestartet werden. Rund 50 Betriebe nehmen am Projekt teil.

Die Landwirtschaft ist gemäss der Mitteilung schweizweit für rund 13 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. «Die Reduktion der Treibhausgase (THG) und die Anpassung an den Klimawandel gehören zu den wichtigsten umwelt-, gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Herausforderungen der nächsten Jahre und Jahrzehnte», heisst es weiter.

Die Landwirtschaft verfüge über viel Reduktions-Potenzial von Treibhausgasen, hält die Regierung fest. Und das steigende Klimabewusstsein der Bevölkerung ermögliche der Landwirtschaft Chancen. So könne sich die Landwirtschaft in der klimafreundlichen Produktion von Nahrungsmitteln, bei der Produktion erneuerbarer Energie oder als Akteurin, die durch Humusaufbau CO2 dauerhaft im Boden speichert, etablieren. «Ausserdem kann das Bewusstsein der Konsumenten für Produkte aus einer klimafreundlichen Landwirtschaft steigen», schreibt die Regierung.

CO2 jährlich halbieren

In der Praxis ist die Wirksamkeit der Massnahmen zur Reduktion von THG in der Landwirtschaft kaum erprobt, schreibt die Regierung. Erfahrungswerte zur Umsetzbarkeit und Akzeptanz unter Praxisbedingungen würden weitgehend fehlen. Mit dem Projekt sollen nun einerseits der Wandel zu einer klimaschonenden Landwirtschaft initiiert und andrerseits konkrete Grundlagen für die Bündner Landwirtschaftsbetriebe zwecks erfolgreicher Positionierung im Markt mit klimaschonend produzierten Nahrungsmitteln geschaffen werden.

Ziel des Projekts ist es, den Ausstoss der Bündner Landwirtschaft von geschätzt 270'000 Tonnen CO2 jährlich um 50 Prozent zu reduzieren. Zur Erreichung dieses Ziels sollen in den Jahren 2021 bis 2025 auf 50 repräsentativen Bündner Landwirtschaftsbetrieben Pilotprojekte und Innovationsmassnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstosses umgesetzt und erprobt werden. Ab dem Jahr 2026 sollen die Massnahmen, die sich bewährt und sich als massentauglich herausgestellt haben, auf die ganze Bündner Landwirtschaft ausgedehnt werden, hält der Kanton fest.

120 Fr. pro Tonne CO2

Für die fünfjährige Pilotphase sind Kosten von 7 Millionen Franken veranschlagt. Gestützt auf das kantonale Landwirtschaftsgesetz, beteiligt sich der Kanton mit Beiträgen von insgesamt 6,4 Millionen Franken. Davon kommen 4,3 Millionen Franken direkt als Förderbeitrag den Landwirtschaftsbetrieben, die mit den zu erprobenden Massnahmen ihren CO2-Ausstoss reduzieren, zugute. Im Durchschnitt werden 120 Franken pro Jahr und Tonne eingespartem CO2 ausgerichtet.

Die restlichen Mittel von 2,1 Mio. Fr. sind für die Ausbildung, Kommunikation, Projektleitungs- und Controllingaufgaben nötig. Die für die Pilotphase ausgewählten Landwirtschaftsbetriebe sind verpflichtet, an einem Programm zur Erlangung des erforderlichen Grundlagenwissens teilzunehmen. Anschliessend setzen sie Pilotprojekte um und erproben innovative Massnahmen, mit denen möglichst viel CO2 reduziert werden kann.

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