5.03.2017 06:35
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Direktzahlungen
582'000 Franken Direktzahlungen
582'000 Franken erhielt 2015 der Betrieb mit den meisten Direktzahlungen. Insgesamt haben 34 Betriebe 300'000 Franken und mehr erhalten, wie der Tagesanzeiger berichtet.

Während der grösste Betrieb 582'000 Franken erhielt, bekamen 14 Kleinbetriebe weniger als 500 Franken Direktzahlungen. "Das Ausmass dieser Spannweite bestätigt Kritiker in ihren Befürchtungen: Die neue Agrarpolitik (AP 14-17) verschärft den Gegensatz zwischen flächenmässig grossen und kleinen Betrieben", schreibt der Tagesanzeiger.

Grosse erhalten immer mehr

Wie die Entwicklung von 2013 bis 2015 zeige, komme eine vergleichsweise kleine, aber stark wachsende Zahl von Betrieben in den Genuss von stattlichen Geldern. 2013 haben 223 Höfe zwischen 200'000 und 300'000 Franken erhalten, zwei Jahre später waren es 357 (+60 Prozent). Über mehr als 300'000 Franken durften sich 2013 34 Betriebe freuen, 2015 waren es 61 (+79 Prozent). Insgesamt hat der Bund zwischen 2013 und 2015 um die 2,6 Milliarden Franken in Form von Direktzahlungen ausgeschüttet. Unter dem Strich erhalten rund 10 Prozent der Betriebe etwa ein Viertel der Direktzahlungen.

Kleinbauern aber auch Tierschutz würden solch hohe Beträge in Frage stellen, schreibt der Tagi weiter. Hinzu komme: Seit 2014 sind die Direktzahlungen, die abhängig vom Einkommen und Vermögen des Landwirts sind, nach oben nicht mehr limitiert. Kleinbauern und Tierschützer wollen dies wieder rückgängig machen. Zudem fordern sie bei den Direktzahlungen einen Plafond von 150'000 Franken. Der Schweizerische Bauernverband (SBV) reagiert zurückhaltend auf die Vorschläge von Tierschützern und Kleinbauern: «Wir warten die Evaluation des Bundesrates zur AP 14-17 ab, bevor wir wieder neue Forderungen stellen», zitiert der Tagesanzeiger Präsident und CVP-Nationalrat Markus Ritter.

Berggebiet, Biobetriebe und Betriebsgemeinschaften

Das BLW verweist ferner auf seine Analyse der Betriebe mit mehr als 150'000 Franken Direktzahlungen. Drei Erkenntnisse lassen sich daraus destillieren. Erstens: Die Mehrheit dieser Höfe befindet sich im Berggebiet; die Direktzahlungen sind dort pro Hektare deutlich höher als im Talgebiet. Zweitens: Mit 25 Prozent machen die Biobetriebe einen höheren Anteil aus als im landesweiten Durchschnitt (ca. 10 Prozent). Von den 1400 Betrieben sind – drittens – rund 300 Betriebsgemeinschaften.

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