5.01.2020 12:55
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Initiative
68% für Fair-Preis-Initiative
Laut der Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» und dem «SonntagsBlick» finden sieben von zehn Befragten die Schweizer Preise für importierte Markenprodukte als zu hoch. Die Zeitung beruft sich auf eine Umfrage des Instituts GFS-Zürich unter rund 1000 Personen in der Schweiz im Auftrag der Fair-Preis-Initiative.

Damit befürworteten rund 68 Prozent der Befragten die Initiative. Rund 20 Prozent lehnten sie ab.

Jeder Zweite kauft im Ausland ein

69% der Befragten sind der Meinung, dass ausländische Produkte in der Schweiz zu teuer sind. Wer regelmässig im Ausland einkauft, ist sich der Preisdifferenzen gegenüber dem Ausland am stärksten bewusst. Von dieser Gruppe geben 81 Prozent an, dass ausländische Produkte in der Schweiz zu viel kosten. Das Bewusstsein für unfaire Schweiz-Zuschläge zeigt sich in allen Altersgruppen, Sprachregionen und demographischen Schichten.

Der Einkaufstourismus boomt gemäss den Initianten. Gemäss der GFS-Umfrage kauft jede zweite befragte Person (48 Prozent) mindestens ab und zu im Ausland ein. Tiefere Preise sind der Hauptgrund für den weit verbreiteten Einkaufstourismus. Besonders für Leute, die regelmässig im Ausland einkaufen, ist der Preis zentral. 61 Prozent dieser Gruppe nennen ihn als ausschlaggebendes Kriterium. «Die Aussagen unterstreichen die Tatsache, dass jedes Jahr viel Kaufkraft abfliesst», schreiben die Initianten in ihrer Mitteilung. 

76 Prozent für neue Wettbewerbsregeln

76 Prozent der Befragten begrüssen neue Wettbewerbsregeln, welche die Preisunterschiede zum Ausland verringern und somit den Einkaufstourismus eindämmen. Zeitschriften sind laut den Angaben den Initianten nach wie vor in der Schweiz 51 Prozent teurer als in Frankreich. Und ein Deutscher zahlt zudem für Spielzeug Made-in-China rund 25 weniger als ein Schweizer.

Dass das Schweizer Gewerbe von ausländischen Produzenten gezwungen werden kann, bei bestimmten Vertretern oder Importeuren einzukaufen, erachten 49 Prozent der Befragten als Problem. Nur 20 Prozent sind gegenteiliger Meinung.

Agarprodukte nicht betroffen

Mit der Fair-Preis-Initiative soll der Bund verpflichtet werden, das Kartellgesetz zu verschärfen. Künftig sollen mehr Unternehmen einer Missbrauchskontrolle und damit einem Missbrauchsverbot unterstehen. Der faktische Beschaffungszwang von überteuerten Waren und Dienstleistungen soll aufgehoben werden. Lieferverweigerungen und unrechtmässige Preisdiskriminierungen durch marktmächtige Unternehmen würden so unterbunden, sind die Initianten überzeugt.

Fehlbare Firmen sollen im In- und im Ausland eingeklagt werden können. Ausserdem soll der Verfassungsartikel dafür sorgen, dass Schweizerinnen und Schweizer im Online-Handel nicht mehr diskriminiert werden. Nicht von der Volksinitiative betroffen sind unter anderem landwirtschaftliche Produkte, die unter das Agrarregime fallen.

Hinter der Initiative stehen die Stiftung für Konsumentenschutz, Gastrosuisse und der Wirtschaftsverband Swissmechanic, der 1400 KMU in der Maschinen-, Elektro- und Metallbranche vereint. Im Initiativkomitee sitzen Politiker aus allen politischen Lagern.

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