Freitag, 27. November 2020
23.03.2020 09:20
Österreich

A: Keine Ausgangssperre für Bauern

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Von: AgE

Die Ausgangssperre und das Verbot von Versammlungen von mehr als fünf Personen, die von der österreichischen Regierung am 16. März zur Eindämmung des Coronavirus verhängt wurden, gelten nicht für landwirtschaftliche Betriebe.

Das hat das Wiener Landwirtschaftsministerium auf seiner Internetseite klargestellt. Weil Bauernhöfe zur „systemerhaltenden Infrastruktur“ zählten, könnten sie ihrer Tätigkeit „möglichst uneingeschränkt nachgehen“. So sei Feldarbeit nach wie vor möglich; allerdings müsse es sich bei den Aussenarbeiten um notwendige Tätigkeiten zur Sicherung der Lebensmittelproduktion handeln.

Im Forst seien die Tätigkeiten auf Bekämpfungsmassnahmen gegen den Borkenkäfer zu beschränken. Wie das Ministerium erläuterte, sind Direktvermarkter von den angeordneten Geschäftsschließungen nicht betroffen, weil sie als Versorgungseinrichtungen definiert sind. Zudem könnten landwirtschaftliche Nutztiere weiter verkauft werden.

So seien unter Einhaltung von strengen Verhaltensregeln und hohen Hygieneauflagen auch Tierversteigerungen und die Vermarktung über Sammelstellen weiterhin möglich. Für den Agrarhandel hätten die aktuellen Schliessungen ebenfalls keine Auswirkungen. Vor-Ort-Kontrollen von Bauernhöfen, insbesondere der Agrarmarkt Austria (AMA), würden auf das „absolut notwendigste Mass“, unter anderem bei Gefahr in Verzug, eingeschränkt. 

So wenig wie möglich

Für den Fall einer eventuellen oder bestätigten Infektion auf einem landwirtschaftlichen Betrieb gab das Agrarressort die Vorgabe, diese umgehend dem jeweiligen Gesundheitsamt zu melden. Sollte der Landwirt selbst nachweislich infiziert oder in behördlich angeordneter Quarantäne sein, müsse er sich selbst um die Gewährleistung des Betriebsablaufs kümmern.

Dasselbe gelte bei einem infizierten Mitarbeiter. Hilfestellungen böten Maschinenringe und die Kammern. Der Einsatz von Betriebshelfern ist dem Ministerium zufolge zulässig, allerdings unter Einhaltung der vom Gesundheitsministerium vorgegebenen Schutzmassnahmen. Der Kontakt eines Infizierten oder Erkrankten zu Nutztieren sollte „so gering wie möglich“ gehalten werden.

Darüber hinaus sollten die Hände vor und nach dem Kontakt gründlich mit Seife gewaschen werden. Das diene dem Schutz der Tiere, auch wenn es derzeit keine Hinweise darauf gebe, dass das Virus auf Nutztiere übertragen werden könne.

Offizielle Aufenthaltserlaubnis nötig

Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich verwies auf die aktuell auch in Österreich infolge von Grenzschliessungen auftretenden Probleme bei der Gewinnung von Saisonarbeitskräften. Damit die Lebensmittelversorgung sichergestellt bleibe, müssten alle jetzt notwendigen Arbeiten in der Land- und Forstwirtschaft zeitgerecht durchgeführt werden.

Um Arbeitskräfte dafür zu gewinnen, hätten die Landwirtschaftskammern Niederösterreich und Wien eine Online-Plattform zur Arbeitskräftevermittlung gestartet. Auf der unter eingestellten Plattform könnten die Betriebe ab sofort den Bedarf an Arbeitskräften unverbindlich anmelden. Bewerber könnten ihre Mithilfe anbieten. In der Schweiz brauchen ausländische Arbeitskräfte, die trotz der Grenzschliessung in das Land einreisen wollten, eine offizielle Aufenthaltserlaubnis. Die Arbeitgeber müssten diese sofort beantragen. 

 

 

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