13.04.2013 11:53
Quelle: schweizerbauer.ch - sam
Aargau
Aargauer Bauern jubilieren und wählen
Der Bauernverband Aargau feierte am Samstag sein 175-jähriges Bestehen. Es war auch die letzte Versammlung, welche von Villiger geleitet wurde, der sein Amt auf diese GV abgab. Zum neuen Präsidenten wurde Alois Huber aus Wildegg gewählt.

«Nahrungsmittel sind der Garant für den Frieden.» Mit diesen Worten leitete Andreas Villiger, Präsident des Bauernverbandes Aargau (BVA) die denkwürdige Generalversammlung am Samstag in Erlinsbach AG ein. Denn die Aargauer Bauern feierten nicht nur das 175. Jahr-Jubiläum.

Es war auch die letzte Versammlung, welche von Villiger geleitet wurde, der sein Amt auf diese GV abgab. «Im Rückblick auf 175 Jahre BVA sieht man, wie die Geschichte immer wieder von fürchterlichen Kriege in Europa oder Übersee geprägt war. Wenn es den Leuten schlecht geht, wenn sie nichts zu essen haben, ist das der beste Nährboden für kriegerische Ereignisse», meinte Villiger. Es sei bedenklich, dass gerade arme Länder hungern müssten und deren Nahrungsmittel auf unseren Tellern landen würden. Er habe deshalb wenig Verständnis dafür, dass man mit einer neuen Ausrichtung der Direktzahlung die Produktion in der Schweiz schwächen wolle.

Huber neuer Präsident

Als Villigers Nachfolger schlug der Vorstand zu Handen der Versammlung SVP-Grossrat Alois Huber  als neuen Präsidenten vor. Er bewirtschaftet den 53 ha grossen Bio- und Fibl-Versuchsbetrieb Schlossgut in Wildegg. Nach seiner einstimmig erfolgten Wahl betonte Huber, er sei froh, dass er einen starken Vorstand und eine starke Geschäftsleitung hinter sich haben werde. Sonst hätte er sich wohl kaum vorstellen können, das Amt zu übernehmen. Schliesslich rief Huber die Versammlung dazu auf, seinen Vorgänger Villiger per Akklamation zum Ehrenpräsidenten zu ernennen.Da neben Villiger auch die beiden Vorstandsmitglieder Regula Baur und Roland Nussbaum zurück traten, mussten insgesamt 3 Sitze im Vorstand neu besetzt werden.

Es stellten sich 2 Kandidatinnen und 3 Kandidaten zur Wahl: Myrtha Dössegger aus Lenzburg, Christoph Hagenbuch aus Oberlunkhofen, Hans-Ulrich Lüscher aus Muhen, Urs Probst, Schwaderloch sowie SVP-Grossrätin Milly Stöckli aus Muri.

3 neue im Vorstand

Die 138 Stimmberechtigten wählten schliesslich Myrtha Dössegger mit 114 Stimmen, Hans-Ulrich Lüscher mit 110 und Christoph Hagenbuch mit 87 Stimmen. Nicht gewählt wurden Urs Probst und Milly Stöckli, welche je 49 Stimmen erhielten.
Die bisherigen Vorstandsmitglieder Alois Huber (der neue Präsident), Armin Schmid, Samuel Imboden und Daniel Schreiber waren bereits zuvor in Globo einstimmig wieder gewählt worden.

Gegen Referendum

Bei einer Konsultativabstimmung lehnte die Versammlung einstimmig das Referendum gegen die Agrarpolitik 2014-2017 (AP 2017) ab. Man wolle sich auf Verbesserungen bei der nächsten Agrarreform, der AP 2021, konzentrieren, sagte Präsident Villiger. Zufrieden waren die Anwesenden trotzdem nicht. «Ich habe  Mühe, dass der SBV-Vorstand zufrieden war und für  die  Schlussabstimmung im Parlament die Ja-Parole heraus gegeben hatte», brachte es ein Votant auf den Punkt.

Für die Aargauer Bauern steht aber mit der Aargauischen Landwirtschaftsausstellung (ALA) vom 15.-18. August in Lenzburg dieses Jahr noch ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm. «Wir werden einen Super Auftritt gegenüber den Konsumenten, aber auch gegenüber der Politik haben», betonte OK-Präsident Fredi Siegrist.

Von ALG zu BVA

Der Bauernverband Aargau (BVA) feiert sein 175-jähriges Jubiläum. Doch in der bisherigen Form wurde er erst 2001 neu begründet und entstand nach einer Reorganisation aus der Aargauischen Landwirtschaftlichen Gesellschaft (ALG). Die ALG war in finanzielle Schieflage geraten, weil der damalige Geschäftsführer die Finanzen nicht im Griff hatte. In der Folge blieb die ALG dem Schweizerischen Bauernverband  ihren Beitragsanteil schuldig.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE