19.03.2016 11:14
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Agrarpolitik
«Absolut kurzsichtige Politik»
Der Verein für eine produzierende Landwirtschaft (VPL) hat die AP 14–17 vergeblich bekämpft. Die Kritik bleibt.

Der VPL ging aus der Gruppe um alt Nationalrat Rudolf Joder und Grossrat Samuel Graber (beide SVP, BE) hervor, die seinerzeit Unterschriften für das Referendum gegen die AP 14–17 sammelten. Nachdem dies gescheitert war, lancierten sie eine eigene Volksinitiative. Nach längerem Machtkampf einigten sie sich mit dem Schweizer Bauernverband auf einen gemeinsamen Text: auf den Initiativtext der Initiative für Ernährungssicherheit, zu welcher der Nationalrat soeben die Ja-Empfehlung beschlossen hat. 

Bevölkerung wächst 

An der Mitgliederversammlung in Belp BE ging VPL-Präsident Joder (vgl. Bild) mit der aktuellen Agrarpolitik einmal mehr hart ins Gericht. Offenbar solle der bisherige Schrumpfungsprozess (weniger Betriebe, weniger Arbeitsplätze) weitergehen. Die Bevölkerung in der Schweiz, in Europa und weltweit nehme zu.

Genau in dieser Situation werde in der Schweiz die Kernaufgabe der Landwirtschaft, nämlich die Produktion von Lebensmitteln erschwert und eingeschränkt. «Dies ist eine absolut kurzsichtige Politik, welche der VPL bekämpft. Wir wollen uns für eine produzierende Landwirtschaft einsetzen, solange es eine solche noch gibt, und nicht erst, wenn sie zerstört ist!», rief Joder in den vollen Saal.

Mit IG Anbindestall

Für Joder ist klar, wohin die Reise mit der Initiative für Ernährungssicherheit gehen soll: verstärkter Schutz der landwirtschaftlichen Nutzfläche, kein weiterer Abbau des Grenzschutzes, Vereinfachung und Neuausrichtung der Direktzahlungen auf die Produktion und Stärkung des eigenverantwortlichen Unternehmertums in der Landwirtschaft. 

Der VPL will im laufenden Jahr die Vernetzung verstärken. Er will mit der IG Anbindestall enger zusammenarbeiten und die Professoren Paul Richli und Mathias Binswanger in einen wissenschaftlichen Beirat holen. Auch nach dem Rücktritt von Joder aus dem Nationalrat hat er einen Arm ins Eidgenössische Parlament. Für die Versammlung in Belp liess sich Nationalrat Marcel Dettling (SVP, SZ) entschuldigen, der wie sein Parteikollege Erich Hess (BE) Mitglied des VPL ist. 

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