28.08.2020 16:54
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/pd
TV
«Abstimmungs-Arena» zum Jagdgesetz
Vor der Abstimmung über das neue Jagdgesetz gehen die Meinungen weit auseinander. In der «Arena» treffen Befürworterinnen wie Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und Gegner wie SP-Ständerat Daniel Jositsch aufeinander. Für erhitzte Gemüter dürfte der Wolf sorgen. Ausgestrahlt wird die Sendung um 22.35 Uhr auf SRF 1.

Vor gut 25 Jahren sind wieder Wölfe in die Schweiz eingewandert. Mittlerweile hat sich der Bestand auf gut Tiere erhöht. Und die Schweiz zählt mittlerweile 10 Wolfsrudel - 7 im Kanton Graubünden, 2 im Wallis und 1 Rudel in der Waadt. 

Die Präsenz des Grossraubtieren sorgt für Unmut. Seit 2009 haben Wölfe jährlich zwischen 300 und 500 Schafe und Ziegen gerissen. In den vergangenen Tagen haben Wölfe mit grosser Wahrscheinlichkeit auch zwei Kälber in den Kantonen Graubünden und Waadt getötet.

Mit dem revidierten Jagdgesetz soll den Kantonen erlaubt sein, den Wolfsbestand zu regulieren. Ein kluger Kompromiss oder ein reines Abschussgesetz?

Die Gegner argumentieren, das Jagdgesetz bringe wildlebende Tierarten noch stärker in Bedrängnis. Geschützte Tiere könnten abgeschossen werden, ohne dass sie je einen Schaden angerichtet hätten. Bundesrat und Parlament sind aber der Ansicht, die Revision des Jagdgesetzes aus dem Jahr 1986 sei zeitgemäss und stärke den Schutz von Wildtieren. Abschuss auf Vorrat oder sinnvoller Mittelweg?

Für die Befürworterinnen leistet das Jagdgesetz zudem einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt. Dazu würden Zugvogelreservate, Schutzgebiete und mehr Gelder für Wildtierkorridore gehören. Von einer verpassten Chance sprechen hingegen die Gegner – bedrohte Tierarten könnten auch weiterhin gejagt werden. Geförderte oder gefährdete Vielfalt?

Die Arena am Freitagabend ist prominent besetzt. Für das revidierte Jagdgesetz wird Simonetta Sommaruga, Bundespräsidentin und Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK, eintreten. Weitere Befürworter im Studio:

Lorenz Hess, Nationalrat BDP/BE
David Clavadetscher, Geschäftsführer Jagd Schweiz
Regula Schmid-Blumer, Bäuerin

Gegner der Vorlage im Studio: 

Daniel Jositsch, Ständerat SP/ZH
Greta Gysin, Nationalrätin Grüne/TI
Urs Leugger-Eggimann, Zentralsekretär Pro Natura
David Gerke, Präsident Gruppe Wolf Schweiz

Revidiertes Jagdgesetz

Das revidierte Gesetz, das am 27.September 2020 zur Abstimmung kommt, erlaubt den Kantonen unter bestimmten Bedingungen, Wolfsrudel vorausschauend zu regulieren. Damit hat das Parlament auf die wachsende Zahl von Wölfen reagiert. Der Wolf bleibt aber auch mit dem revidierten Jagdgesetz eine geschützte Tierart und darf nicht gejagt werden. Die Rudel bleiben erhalten. 

Nicht zulässig wäre gemäss Bundesrat beispielsweise der Wolfsabschuss, wenn sich die Rudel fernab von Siedlungen oder Schafherden aufhalten. Generell müssten die Kantone gegenüber dem Bund vorgängig begründen, weshalb Abschüsse erforderlich seien. Dabei müssten sie die Verhältnismässigkeit wahren. Weiter sind die Kantone in Gebieten mit Wolfsrudeln verpflichtet, die Bauern über Massnahmen zum Schutz von Herden informieren. Ziel der Regulierung sei es, dass die Rudel ihre natürliche Scheu behalten und Siedlungen fernbleiben.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE