16.04.2015 11:20
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/lid
Aargau
AG: Bauern wollen Ernährungssicherheit stärken
Die Aargauer Bauern haben an ihrer Generalversammlung in Döttingen eine Resolution zur Stärkung der Ernährungssicherheit verabschiedet. Gefordert werden Korrekturen in der Agrarpolitik.

Die Aargauer Bauern sind unzufrieden mit der seit 2014 geltenden Agrarpolitik. Erste Analysen zeigten eine massive Zunahme des administrativen Aufwandes und Einbussen von über 10 Millionen Franken alleine für die Aargauer Bauernfamilien, erklärte Vizepräsident Samuel Imboden an der Generalversammlung des Bauernverbandes Aargau gemäss Mitteilung.

Präsident nimmt Tourismus in die Pflicht

Präsident Alois Huber mochte in seiner Eröffnungsrede nicht wie viele andere über die Agrarpolitik schimpfen. Er sei mit der AP nicht einverstanden. Huber betonte, dass ein Referendum zu einem tiefen Graben zwischen den verschieden Betriebsrichtungen und Regionen geführt habe. Es sei deshalb richtig gewesen, das Referendum nicht zu unterstützen, so Huber. Es benötige aber dennoch Korrekturen. Für die Landschaftsqualität sieht Huber andere Kassen wie die touristischen Standortförderung in der Pflicht. Sie seien nämlich die Profiteure, während die Bauern die Arbeit erbringen, kritisiert Huber. Das dies jetzt dem Landwirtschaftsbudget belastet werde, könne nicht sein.

Sorge bereitet den Aargauer Bauern auch die Frankenstärke, welche sich vor allem auf die Milchwirtschaftsbetriebe negativ auswirke. In einer Resolution, die an der Generalversammlung verabschiedet wurde, werden Korrekturen in der Agrarpolitik gefordert.

Falsche Anreize beheben

Die Aargauer Bauern fordern, dass die Verordnungen der Agrarpolitik möglichst rasch und für die Aargauer Landwirtschaft spürbar angepasst werden. Falsche Anreize und Fehlentwicklungen seien zu beheben, zusätzlich sind die zum Teil massiven Verluste an Direktzahlungen für die einzelnen Betriebe zu korrigieren, heisst es im Communqué. Zudem müsse die Administrationslast gesenkt werden.

Der Kanton wird aufgefordert, die Bundesvorgaben und Programme in den landwirtschaftlich relevanten Bereichen möglichst schlank umzusetzen. Die Resolution wurde einstimmig verabschiedet und Regierungsrat und Landwirtschaftsdirektor Roland Brogli sowie Grossratspräsident Markus Dieth überreicht.

Durch die Aufhebung des Euro-Mindestkurses wurde der Druck auf die Landwirtschaft erhöht. Der Bund sei hier gefordert, wirksame Massnahmen zu initiieren. hält der Aargauer Bauernverband fest. Durch die Neuausrichtung der Agrarpolitik seien "spürbar mehr Lebensmittel importiert" worden, was sich negativ auf die Umweltbilanz auswirke. Importprodukte seien im Durchschnitt deutlich weniger nachhaltig produziert worden, so der BVA.

Resolution

Die Bauernfamilien des Kantons Aargau erwarten zusammengefasst von den zuständigen Bundesbehörden:

  • Korrektur der Agrargesetzgebung ab 2018 mit dem Fokus Ernährungssicherheit
  • Kurzfristige Massnahmen auf Verordnungsstufe
  • Eine spürbare Senkung der Administrationslast
  • flankierende Massnahmen aufgrund der Aufhebung des Euro-Mindestkurses

Von den Aargauer Behörden wird erwartet:

  • eine schlanke Umsetzung von Bundesvorgaben und Programmen in den land-wirtschaftlich relevanten Bereichen (Gewässerraum, Neue Programme, Land-schaftsschutz, Raumplanung usw.)

 

Die ordentliche Traktandenliste der 14. Generalversammlung gab zu keinen grossen Diskussionen Anlass. Wiederum konnte der Verband, welcher mit seinen rund 2‘600 Mitgliedern auf eine sehr gute Basis abstützen kann, einen guten Rechnungsabschluss präsentieren. Die Rechnung schloss mit einem Betriebsgewinn von über 150‘000 Franken ab. Von diesem Gewinn werden 100‘000 Franken mit der Rechnung für den Jahresbeitrag 2015 an die Mitglieder zurückvergütet.

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