8.03.2018 12:53
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Agrarpolitik
An Grenzschutz festhalten
Die kantonalen Landwirtschaftsdirektoren stehen weiter für den Grenzschutz ein. Um die Situation für die unter Druck geratenen Bauernfamilien zu verbessern, müsse etwa das Direktzahlungssystem vereinfacht werden. Die Kantone wünschen sich mehr Freiheiten.

An einer Medienkonferenz am Donnerstag in Bern skizzierte die Konferenz der kantonalen Landwirtschaftsdirektoren (LDK) ihre Ideen für die nächste Etappe der Agrarreform AP11+. Die Wirtschaftlichkeit der landwirtschaftlichen Tätigkeit sei auf vielen Betrieben zunehmend eine grosse Herausforderung. Sie zu verbessern müsse das zentrale Ziel einer AP22+ sein. Das Fazit: Vom Konsumentenfranken müsse mehr bei den Bauernfamilien ankommen, heisst es in einer Mitteilung. 

Der Trend gehe aber seit 25 Jahren in eine andere Richtung. Sowohl die Anzahl als auch der Detaillierungsgrad der staatlichen Vorschriften nähmen ungebremst zu. Das gelte insbesondere für das Direktzahlungssystem. 

Vertrauen statt Kontrolle

Dieses soll laut der LDK vereinfacht werden. Anforderungen seien zu standardisieren. «Mit den Möglichkeiten der Digitalisierung gewinnen Aufzeichnungen und Kontrollen an Aussagekraft», schreibt die Konferenz.

Anstelle detaillierter Anforderungen sei an die Eigenverantwortung der Landwirte zu appellieren. Um regionale Unterschiede und die Verknüpfung von Massnahmen von Agrarpolitik, Umweltpolitik und Naturschutz zu verbessern, fordern die Kantone mehr Handlungsspielraum.

Kritik an Freihandelsplänen

Den vom Bundesrat vorgeschlagenen Abbau des Grenzschutzes kommentieren die Landwirtschaftsdirektoren als «politisch motiviert» und «ohne Mehrwert für Landwirte und Konsumenten». In diesem Punkt stehen sie damit auf der Seite des Schweizer Bauernverbands.

Die Perspektive für die Land- und Ernährungsindustrie sieht die LDK darin, sich vermehrt auf die Wertschöpfung und die Erschliessung zusätzlicher Absatzmärkte zu konzentrieren. Horizontale und vertikale Kooperationen, Eigenverantwortung und die Möglichkeiten der Digitalisierung seien wichtige Bausteine einer künftigen Agrarpolitik.

Der Waadtländer Staatsrat Philippe Leuba fasst das Gesagte wie folgt zusammen: "Die Wirtschaftlichkeit der landwirtschaftlichen Tätigkeit ist zu verbessern. Vom Konsumentenfranken muss mehr bei den Bauernfamilien ankommen. Das Direktzahlungssystem ist zu vereinfachen und den Kantonen ist mehr Raum für regionsspezifische und themenübergreifende Programme und Projekte zu geben."

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