5.03.2019 17:00
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/lid
Agrarpolitik 2022
AP22+: BOM fordert Kurskorrektur
Die Vorschläge des Bundesrats zur Agrarpolitik 2022+ führen aus der Sicht der Branchenorganisation Milch (BOM) zu keiner substanziellen Verbesserung der schwierigen Lage für die Schweizer Milchwirtschaft. Anpassungen vor allem im Bereich des Direktzahlungssystems seien deshalb unumgänglich, fordert die BOM.

Die Schweizer Milchwirtschaft sei der einzige Agrarsektor, der mit seinen Export-Leistungen im internationalen Markt konkurrenzfähig sei, heisst es in einer Medienmitteilung der BOM. «Der Milchmarkt ist wegen Freihandelsabkommen und tiefem Grenzschutz zu einem grossen Teil liberalisiert und damit den globalen Preisschwankungen ausgesetzt», macht die BOM deutlich.

Bedeutendster Wirtschaftsbereich 

Sie sei zudem der bedeutendste Wirtschaftsbereich der Schweizer Landwirtschaft. Mit Milchprodukten, Kalb- und Rindfleisch werde ein Drittel des gesamten Produktionswertes erwirtschaftet. Die Kosten würden sich aber auf dem hohem Schweizer Niveau bewegen. Es dürfe auch deshalb nicht sein, dass die Milchbranche erneut zu den Verlierern einer neuen Agrarpolitik gehöre, so die BOM.

«Zwar ist die BOM mit dem gleich bleibenden Zahlungsrahmen im Grundsatz zufrieden. Um ihre Wettbewerbsnachteile abzufedern, fordert sie aber eine Kurskorrektur», heisst es weiter.

Bessere Abgeltung des Arbeitsaufwandes

Den grössten Mangel ortet die Branchenorganisation bei den Direktzahlungen und bei der fast nur die Milchbranche betreffenden teilweisen Marktliberalisierung. Durch die beiden Instrumente werde der innerlandwirtschaftliche Wettbewerb zum Nachteil der Milchproduktion beeinflusst. Die Milchwirtschaft habe in der Konkurrenz um Bodenflächen die schlechtesten Karten. Wenn Freihandelsabkommen mit wichtigen Drittstaaten ausserhalb der EU abgeschlossen oder ausgebaut werden, sind die Exportinteressen der Schweizer Milchwirtschaft unbedingt zu wahren, mahnt die BOM. Die Organisation meint damit wohl auch ein mögliches Freihandelsabkommen mit den USA.

Bei den Direktzahlungen fordert die BOM, dass der Arbeitsaufwand besser abgegolten wird. So sollen die Beiträge für die Tierwohlprogramme BTS und RAUS für Milchvieh wesentlich erhöht werden. Das gleiche wird für die graslandbasierte Milchproduktion (GMF) gefordert. Die BO Milch will, dass in diesem Programm ein höherer Anteil von Futterpflanzen wie Mais in der Ration zulassen wird. «Es macht weder aus Sicht der Ökologie noch aus Sicht der Tierernährung Sinn, importiertes gegenüber inländischem Raufutter mit einer vernünftigen Ration Mais besser zu stellen», argumentiert die BOM.

Weiter stellt sich die BOM gegen die geplante Kürzung der Verkäsungszulage und will, dass die Zulage für Fütterung ohne Silage nur für verkäste Milch ausbezahlt wird.

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