11.03.2014 08:02
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann, Daniel Salzmann
AP 14–17
Ausnahme für Mutterkuhalpen
Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat die Weisungen und Erläuterungen zur Direktzahlungsverordnung (DZV) veröffentlicht. Im Jahr 2014 dürfen Mutterkuhalpen mit gleich vielen Tieren wie vorher bestossen werden.

Ab 2014 gelten Mutterkühe 1 statt wie bisher 0,8 Grossvieheinheiten (GVE). Dies bedeutet mehr Raus- und BTS-Beiträge für Mutterkuhhalter. Doch für die Bestossung der Alpen mit Fleischrindern kann der erhöhte GVE-Faktor dazu führen, dass der tatsächliche Besatz auf über 110 Prozent des Normalbesatzes steigen könnte. 

Das würde eine Kürzung der Sömmerungsbeiträge zur Folge haben. Doch das Bundesamt für Landwirtschaft zeigte sich bereits im Dezember gegenüber dem «Schweizer Bauer» in dieser Sache kompromissbereit. Es hat Wort gehalten und in den Weisungen und Erläuterungen zur Direktzahlungsverordnung (DZV) eine Ausnahme eingefügt.

Pragmatische Lösung

«Im Jahr 2014 verzichtet der Kanton ausnahmsweise auf eine Kürzung der Sömmerungsbeiträge bei einer Überbestossung, wenn diese Kürzung einzig aufgrund des erhöhten GVE-Faktors für ‹andere Kühe› nötig wäre», steht nun in den Weisungen. Was die Jahre ab 2015 betrifft, so sieht das BLW einen Prüfungsbedarf für die Anpassung der DZV. 

Denn der Normalbesatz von Mutterkuhalpen muss laut DZV über einen neuen Bewirtschaftungsplan geschehen. Das sei aber «relativ teuer und administrativ aufwendig», wie BLW-Vizedirektor Christian Hofer vor den Medien ausführte. Man strebe eine pragmatische Lösung an.

Bienenweide

Auf eine Frage hin äusserte sich Vizedirektor Christian Hofer auch zur Bienenweide: «Wir haben einen Bericht erhalten, der die Bienenweide als weiteres Ökoelement vorschlägt.» Das BLW prüfe intern sehr seriös, wie man dies umsetzen könnte. «Ich finde es gut, wie sich die Branche da sehr aktiv betätigt hat», betonte Hofer. Aber natürlich müsse der Nutzen nachgewiesen sein und es müsse ins System passen. Er stellte auch klar, dass für ein neues Ökoelement eine Verordnungsänderung nötig wäre. sal

Relevanter Bodenabtrag

Auch bei den neuen Bestimmungen zum Erosionsschutz, der besonders den Kartoffelbau tangiert, prüft das BLW, ob es über die Bücher gehen muss. «Wir sind in Kontakt mit der Branche und werden auch Betriebe besichtigen», sagte Hofer. Er sagte aber auch: «Aus unserer Optik hat sich nichts verschärft. Es gibt nur beim ersten Verstoss neu eine Sanktion statt eine Verwarnung.»  Bereits in den Weisungen  wird nun präzisiert, was «relevanter Bodenabtrag» bedeutet. Das Agridea-Merkblatt «Wie viel Erde geht verloren» (2007) sei anzuwenden. Erosionsereignisse mit einem Abtrag von weniger als zwei Tonnen pro Hektare würden als nicht relevant eingestuft.

SAK für Direktvermarktung

Aufbereitung, Lagerung und Verkauf der hofeigenen Erzeugnisse im Rahmen der Direktvermarktung (Direktv.) zählten bereits bisher bei der SAK-Berechnung im Bäuerlichen Bodenrecht (Gewerbegrenze). Seit 1. Januar 2014 werden SAK aus diesen Tätigkeiten auch bei den Strukturverbesserungen (Investitionskredite) berücksichtigt. Dabei erfolgt die Bemessung nach dem effektiven Arbeitsaufwand (Anzahl Stunden pro Jahr geteilt durch 2800 Stunden ergibt die SAK). Bei teilweisem Zukauf von Produkten für die Aufbereitung, Lagerung und den Verkauf (Hofladen) ist eine Abgrenzung des Arbeitsaufwandes zwischen hofeigenen und zugekauften Produkten notwendig. Innerhalb der Direktzahlungsverordnung (Mindestarbeitsaufwand 0,25 SAK) zählt die Direktvermarktung aber nach wie vor nicht. sal

Weitere Erläuterungen

Weitere Präzisierungen sind:

  • Die Ausbildungsanforderung muss spätestens am 1. Mai des Beitragsjahres erfüllt sein.
  • Die vorschriftsgemässe Bewirtschaftung von Flächen in Inventaren von nationaler Bedeutung beinhaltet auch die Bewirtschaftung der Pufferzone.
  • Auf Wiesenflächen, die nicht in einer geregelten Fruchtfolge einbezogen sind, muss der Mindesttierbesatz erfüllt sein.
  • Die Gründung einer BZG nur zur Umgehung des Mindesttierbesatzes ist nicht zulässig.
  • Die Verpflichtungsdauer für Biodiversitäts- und Landschaftsqualität von acht Jahren kann auch dann eingegangen werden, wenn der Bewirtschafter während der Verpflichtungsdauer das AHV-Alter erreicht oder wenn die Pachtdauer weniger lang ist.
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