12.01.2017 12:30
Quelle: schweizerbauer.ch - Ralph Dietsche
Appenzell Ausserrhoden
Bäuerin will in Regierung
Inge Schmid steht der Gemeinde Bühler seit zwölf Jahren als Präsidentin vor und arbeitet nebenbei im Milchwirtschaftsbetrieb mit. Nun kandidiert die 56-jährige SVP-Politikerin für einen Sitz in der Ausserrhoder Regierung.

Mit Marianne Koller hat die einzige Frau des Ausserrhoder Regierungsrates ihren Rücktritt erklärt. Für den frei werdenden Sitz bewerben sich drei Kandidierende. Unter ihnen als einzige Frau Inge Schmid aus Bühler.

Als Gemeinderpräsidentin Erfahrung gesammelt


Während neun Jahren präsidierte sie den Verband der Schweizerischen Katholischen Bäuerinnen. Dies bis zum Zusammenschluss mit dem Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband. Zudem war Inge Schmid Kantonalpräsidentin der Innerrhoder Bäuerinnen. «Durch diese Tätigkeiten ist mein Interesse an der Politik gestiegen», sagt Inge Schmid.

Deshalb entschied sich die engagierte Bauernfrau vor über zwölf Jahren, für das Gemeindepräsidium von Bühler zu kandidieren und steht der Gemeinde am Rotbach seither vor: «Als Gemeindepräsidentin durfte ich zahlreiche Erfahrungen sammeln und mir Wissen aus unterschiedlichen Bereichen aneignen.»

Reizvolles Amt

Als Vorsteherin der Gemeindepräsidienkonferenz arbeitet die SVP-Politikerin seit zwei Jahren zudem eng mit der Regierung und der Verwaltung zusammen. Diese spannende Arbeit ist ein weiterer Grund, weshalb sich die Bäuerin erneut für eine Regierungs-Kandidatur entschieden hat: «Das Amt reizt mich. Ich führe gerne Leute, und die Arbeit eines Regierungsrats ist hochinteressant und herausfordernd.» Bereits vor vier Jahren stellte sich Schmid als Regierungsrätin zur Wahl. Damals reichte es für den Einzug in die Kantonsregierung zwar nicht, sie erzielte aber einen Achtungserfolg.

Hofft auf Frauenbonus

Im zweiten Anlauf stehen die Chancen weit besser. In der Zwischenzeit hat sich der Bekanntheitsgrad von Inge Schmid dank ihrem unermüdlichen Engagement gesteigert. Dazu dürfte zusätzlich der Frauenbonus kommen: «Ich habe es immer geschätzt, in gemischten Gremien zu arbeiten. Dies ist eine Bereicherung. Frauen denken manchmal anders oder stellen andere Fragen, die das Kollegium weiter bringen.» Im Vordergrund steht für Schmid allerdings nicht das Geschlecht, sondern die Qualifikation. Und diese bringt sie mit dem reich beladenen Rucksack bestimmt mit.

Packt mit an

Als Bäuerin ist sich Inge Schmid gewohnt, die Ärmel hochzukrempeln und anzupacken. «Falls ich in den Regierungsrat gewählt werde, lässt es die Zeit allerdings nicht mehr zu, regelmässig auf dem Hof mitzuarbeiten», ist sich Inge Schmid bewusst. Der mittelgrosse Milchwirtschaftsbetrieb auf 1100 Metern über Meer soll so oder so in absehbarer Zeit an den jüngsten Sohn Werner und seine Familie übergeben werden. «Mit Kopf und Herz bleibe ich der Landwirtschaft verbunden», versichert Schmid, die vom Ausserrhoder Bauernverband unterstützt wird.

Bereits ihr Grossvater führte einen Landwirtschaftsbetrieb. Inge Schmid ist also bereits mit Stallgeruch aufgewachsen und möchte diesen nicht missen: «Und wenn es nur ist, um zwischendurch mal den Kopf zu lüften», sagt sie. Denn auch Regierungsräte müssen dies. Der erste Wahlgang findet am 12. Februar statt. 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE