20.03.2017 07:05
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Appenzell Ausserrhoden
Bäuerin wird nicht Regierungsrätin
Der Ausserrhoder Regierungsrat ist wieder komplett: Dölf Biasotto verteidigte im zweiten Wahlgang den zweiten Sitz der FDP. Mit dem Abgang von Marianne Koller ist die Ausserrhoder Exekutive wieder ein reines Männergremium. Nicht geschafft hat die Wahl die Bäuerin Inge Schmid.

Dölf Biasotto (FDP) erreichte 6432 Stimmen, Peter Gut (Parteiunabhängige) 4822 Stimmen und Inge Schmid (SVP) 4042 Stimmen. Die Stimmbeteiligung lag bei 41,3 Prozent. Dölf Biasotto ist 55 Jahre alt und seit 2009 Mitglied des Kantonsrats. Der FDP-Politiker studierte Bauingenieur an der ETH Zürich und leitet ein Dienstleistungsunternehmen in Urnäsch.

In der Ausserrhoder Regierungsrat sitzen ab dem nächsten Amtsjahr wieder ausschliesslich Männer: Matthias Weishaupt (SP), Alfred Stricker (Parteiunabhängige), Köbi Frei (SVP), Paul Signer (FDP) und Dölf Biasotto (FDP, neu). 1994, an einer denkwürdigen Landsgemeinde in Trogen, setzten sich mit Alice Scherrer und Marianne Kleiner (beide FDP) nur vier Jahre nach der Einführung des Frauenstimmrechts auf kantonaler Ebene erstmals Frauen gegen ihre männliche Konkurrenz durch.

Kleiner blieb bis 2004 im Amt, Scherrer trat 2006 zurück. 2005 kam Marianne Koller hinzu. Nach zwölf Jahren gibt die Bau- und Volkswirtschaftsdirektorin ihr Amt ab. Die einzige Kandidatin für ihre Nachfolge, Inge Schmid von der SVP, schnitt bei beiden Wahlgängen am schlechtesten ab.

Schmid steht der Gemeinde Bühler seit zwölf Jahren als Präsidentin vor und arbeitet nebenbei im Milchwirtschaftsbetrieb mit. Sie präsidierte während neun Jahren den Verband der Schweizerischen Katholischen Bäuerinnen. Dies bis zum Zusammenschluss mit dem Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband. Zudem war Inge Schmid Kantonalpräsidentin der Innerrhoder Bäuerinnen.

Der mittelgrosse Milchwirtschaftsbetrieb auf 1100 Metern über Meer soll in absehbarer Zeit an den jüngsten Sohn Werner und seine Familie übergeben werden. Schmid wurde vom kantonalen Bauernverband unterstützt. Bereits vor vier Jahren stellte sich Schmid als Regierungsrätin zur Wahl. Damals reichte es für den Einzug in die Kantonsregierung zwar nicht, sie erzielte aber einen Achtungserfolg.

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