5.03.2018 07:35
Quelle: schweizerbauer.ch - Julia Spahr
Mobilfunk
Bauer gegen stärkere Antennen
Die Erhöhung der Grenzwerte bei Mobilfunkanlagen ist umstritten. Am Montag entscheidet der Ständerat.

Nach gut einem Jahr kommt es am Montag im Ständerat schon wieder zu einer Abstimmung über die Erhöhung der Grenzwerte bei Mobilfunkanlagen. Im Dezember 2016 fiel das Resultat mit 20 zu 19 Stimmen überaus knapp aus. Damals wehrten sich zahlreiche Bürger, «die negative Erfahrungen und gesundheitliche Probleme wegen Mobilfunkantennen eindrücklich geschildert hatten», sagte damals Ständerätin Brigitte Häberli-Koller (CVP, TG) während der Debatte. 

Unerklärliche Beschwerden

Auch dieses Jahr gingen im Vorfeld wieder Beschwerden von besorgten Leuten ein. Das sagt Ständerat Isidor Baumann (CVP, UR). «Ich habe in den letzten Wochen viele Schreiben bekommen. Darin schildern Leute Beschwerden, die sie auf die Strahlung von Mobilfunkantennen zurückführen.» Nicht nur das Wohl von Menschen sehen einige in Gefahr. Auch Tiere litten unter der Strahlung. Davon ist etwa der Landwirt Thomas Peter von der IG Mobilfunk mit Vernunft Elgg überzeugt.

Seit 2013 die Mobilfunkantenne in seiner Nähe wesentlich stärker strahlte, hätten seine Tiere unerklärliche Beschwerden. «Meine Kühe hatten vermehrt Totgeburten, Geschwüre, und sie verhielten sich merkwürdig.» Im Tierspital habe man gesehen, dass etwas nicht stimmte. «Es lässt sich leider nicht beweisen, dass die Beschwerden von der Strahlung kommen. Ich bin aber sicher, dass es so ist», so der Landwirt.

Keinen wissenschaftlichen Beweis

«Wir müssen die Sorgen der Bevölkerung ernst nehmen», sagt Isidor Baumann. Er ist deshalb gegen die Erhöhung der Grenzwerte. «Mich ärgert zudem, dass die grossen Mobilfunkanbieter seit der letzten Ablehnung der Motion im Ständerat nicht vertiefter auf die Bedenken der Kommission und die Beschwerden der Betroffenen eingegangen sind. Und nun erwarten, dass das Parlament die Kohlen aus dem Feuer holt.» 

Für eine Erhöhung der Grenzwerte ist Ständerat Hans Wicki (FDP, NW). «Die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger waren in den Kommissionssitzungen natürlich ein Thema», sagt er. Es gäbe jedoch keine wissenschaftlichen Beweise, die die gesundheitlichen Beschwerden auf Mobilfunkstrahlen zurückführten. «Zudem liegt die Schweiz selbst nach der Erhöhung noch 60 Prozent unter dem von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Grenzwert.» Die Digitalisierung sei ein wichtiger Schritt, um wirtschaftlich mit dem Ausland mithalten zu können. «Von einer starken Wirtschaft und der Digitalisierung profitiert auch die Landwirtschaft, Stichwort Smart Farming», sagt der FDP-Ständerat.

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